Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Lyrik
Genre:
Autoren:
Komponisten:
Zeitraum Entstehung: 1750 +/- 5
Hauptvariante (Text):
Musikvarianten:
Kommentar:

Offensichtlich als Fortsetzung zu 'So bhiet dich Gott du eitli Welt' konzipiert und wohl in zeitlicher Nähe zu diesem entstanden, beschreibt dieses besonders launige Scherzlied in anschaulich-komischen Bildern nun die Erlebnisse des Bauern, der sich zum Himmelreich aufgemacht hat. Vor der Himmelspforte angekommen, erregt die Jubilatio der Engel – zeitgemäß nach den barocken ikonographischen Vorstellungen als Putti mit Geigen, Flöten und Orgel dargestellt – seine Aufmerksamkeit. Nicht vertraut mit den Gepflogenheiten der höheren Künste, missdeutet er die Bewegungen des Dirigenten anerkennend als Züchtigungen zur Disziplinierung der kindlichen Musiker. Als er aber von weitem sieht, dass eben ein Müller, die ja nach gängiger Meinung aufgrund ihrer Betrügereien besonders schwer in den Himmel gelangen, aufgenommen wird, versucht auch er mit aller Vehemenz einzudringen. Doch unterliegt er im burlesken Ringkampf mit dem Torhüter St. Petrus, der unter dem Gelächter der Engel den Eingang vor der Nase des Bauern verschließt. All sein Brüllen um Einlass hilft ihm nichts und so muss er sich mit Rachegedanken auf den Heimweg machen.

Die im Vergleich zu 'So bhiet dich Gott du eitli Welt' dürftigere Überlieferungslage von 'Die Rückkehr von dem Himel' lässt vermuten, dass beide Lieder nicht unmittelbar in einem gemeinsamen Kontext, etwa als Gesangseinlagen in einem Faschingsspiel, standen. Der genetische Zusammenhang allerdings ist nicht zu übersehen. Neben der thematischen Korrespondenz ist es vor allem die auffällig komplexe Strophenform, die Lindemayr – sieht man von der metrischen Anreicherung besonders am Strophenende und einer anderen graphischen Anordnung ab – weitgehend übernimmt. Aber auch hier gilt: Das Versmaß ist zuweilen nicht konsequent durchgebildet, lässt Tonbeugungen und Mehrfachsenkungen zu und ist vergleichsweise variabel in den einzelnen Strophen – wie man es in Lindemayrs Liedern ab den 1750ern selten sieht. So ist vielleicht auch dieses Lied bereits in die 1740er Jahre, in die Salzburger Studienzeit des Autors zu setzen.

Literatur:
Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.330
Zuletzt geändert: am: 6.9.2016 um: 11:29:48 Uhr