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Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Lyrik
Genre:
Zeitraum Entstehung: Ende 18. Jh.?
Textvarianten:
Kommentar:

Das Lied zielt auf die Verspottung von Emporkommensbestrebungen ab: Das Subjekt des Spottes ist verkörpert im hier besungenen ‚Knecht Veitl‘, der - wie es wiederholend in höhnischem Ton heißt - Reiter werden will, und dafür von seiner Mutter mit notdürftig-provisorischem Rüstzeug ausgestattet wird. Diese scheint ihr bestes zu geben, dem Sohn seinen gewünschten Weg zu ermöglichen; indem aber für die Ausstattung jeweils nur ein lächerlicher Ersatz gefunden wird, entsteht auch nur ein erst recht lachhaftes Bild des ‚Helden‘.

Durch die wenig ernst zu nehmenden Vorbereitungen und die unzureichende Ausstattung wird das Ansinnen des Burschen vollkommen ins Lächerliche gezogen - verstärkt wird dies durch das spöttisch-ironische Anfeuern im jeweils strophenschließenden Vers "Reit, Veitl, reit, es ist kein Narredey". Insgesamt wird so der Wunsch nach einem besseren bzw. angeseheneren Stand und Leben als tadelnswert und absurd entworfen.

Das Lied soll vor dem Hintergrund der Türkenkriege Ende des 18. Jahrhunderts entstanden sein und war bis ins späte 20. Jahrhundert, im Burgenland etwa als Kinderlied, im Umlauf (vgl. dazu Deutsch/Haid/Zeman 1993, S. 210). Als Beleg aus dem 18. Jahrhundert scheint allerdings nur eine handschriftliche Fassung aus dem sog. Stubenberger Liederbuch erhalten.

Literatur:
Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.287
Zuletzt geändert: am: 2.11.2016 um: 08:25:27 Uhr