Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Lyrik
Genre:
Autoren:
Zeitraum Entstehung: 1780er
Hauptvariante (Text):
Kommentar:

Spottlied und eines von wenigen Dialektgedichten von Aloys Blumauer.

Nach Hartmann setzt sich in Blumauers Gedicht die Tradition katholischer Dialektscherze fort, wobei sich im konkreten Fall die Satire nicht gegen die Religion an sich, sondern "gegen die unvollkommene Auffassung derselben durch thörichte oder schlecht unterrichtete Menschen" (Hartmann 1892, S. 236) richte. Insgesamt richtet sich die Komik, die auf zahlreichen Missverständnissen des Bauern basiert, jedoch weniger gegen Katholiken als gegen die Protestanten.
Aufgegriffen wird dabei das - eng mit der Spaltung der Glaubensbekenntnisse zusammenzuhängende - beliebte Thema vom 'Bauern in der Stadt' bzw. vom 'Bauern in der Kirche', das sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen lässt und wohl erstmals mit der 'Landshuter Vesper' des Pflegers [Pflegrichters] Andreas Mayr um 1650 belegt ist (vgl. Schmidt 1940, S. 96; vgl. dazu auch Hartmann 1892).

Der Text entstand wohl in den 1780ern: Der früheste bekannte Druck (erhalten in einem Sammelband der Wienbibliothek) ist auf 1789 datiert, Hartmann (1892, S. 236) berichtet darüber hinaus, dass Kaiser Joseph II. das Gedicht "sehr übel genommen und dem Verfasser seitdem nie mehr so viel Wohlwollen gezeigt als früher […]"; Quelle dafür führt er allerdings keine an.

Literatur:
Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.2
Zuletzt geändert: am: 3.3.2016 um: 12:03:04 Uhr