Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Lyrik
Genre:
Zeitraum Entstehung: 1717
Textvarianten:
Kommentar:

Zweiter Teil des vierteiligen 'Bauren-Discurses' zur Schlacht von Belgrad 1717, das von den kaiserlichen Truppen unter Prinz Eugen am 16. August durch einen nächtlichen Überraschungsangriff genommen werden konnte. Ist es im ersten Teil der Bauer Hänsel, der seiner Gredl in ostmittelbairischer Mundart ihm selbst übermittelte Szenen aus dem Kriegsgeschehen berichtet, ist es nun der kroatische Soldat, der aus der (fingierten) eigenen Erfahrung genauer die Kampfhandlungen beschreibt. Hier wie dort fokussiert die humoristische Rekapitulation auf die Schlagkraft der Kaiserlichen (wobei der Anteil der kroatischen Armeeteile herausgestrichen wird), auf die (überzeichneten) Verluste der Türken und auf die Kriegsbeute.

Ihren besonderen Reiz erhält diese Propagandalyrik durch den 'gebrochenen' Dialekt des kroatischen Soldaten, dessen mundartliche Rede sich durch grammatische (nicht lexikalische) Fehler als nicht-autochthon verrät; zugleich aber zeigt er sich in seinem standardfernen Sprechen als 'heimischer Fremder'.

Vgl. auch die Einträge zum ersten Teil ( "GRieß dich GOtt Gredl" ), drittenTeil ( "TAusendmahl sey mir gar schen willikumb" ) und vierten Teil ( "JU he mein Greterl es ist umb und dran" ) des "Discurses".

Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.1530
Zuletzt geändert: am: 30.12.2015 um: 15:05:42 Uhr