Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Drama
Genre:
Zeitraum Entstehung: ca. 1737-1757
Textvarianten:
Kommentar:

Komödie, von der uns - soweit bekannt - nur die Gesangseinlagen erhalten sind. Diese sind im vierten Band der Ariensammlung 'Teutsche Arien, Welche auf dem Kaÿserlich-privilegirt-Wiennerischen Theatro in unterschiedlich producirten Comoedien, deren Titul hier jedesmahl beÿgerucket, gesungen worden' (ONB Cod. 12709) überliefert, der Texte aus Stücken wiedergibt, die im Zeitraum von ca. 1737 bis 1757 am Wiener Kärntnertor-Theater aufgeführt wurden.
Inwieweit diese Stücke möglicherweise von Joseph Felix von Kurz - dem Schöpfer des Bernardon - stammen, in seinem Umfeld entstanden sind, von Vorgängern oder von Nachahmern verfasst wurden, ist nicht in jedem Fall klar. In diesem Fall ist keine Zuschreibung zu Kurz belegt.

Überliefert ist in diesem Fall jedoch - ebenfalls in der Handschrift "Teutsche Arien" - eine Inhaltsangabe des Stücks, die allerdings dessen komischen Charakter nicht gerade in den Vordergrund stellt:

Argument.

Pantolpho Herr von dem Guth Finsterberg, Verkaufte wegen Schulden das Guth Finsterberg an Odoardo dem Vatter des Marquis Leopoldel, zu der Zeit, da er glaubte, keine Erben mehr zu bekommen, kurtz nach geschlossenen Kauf starbe Pantolpho, und hinterließe seine Gemahlin Flaminia, ihme unwissend, schwanger, welche nachgehends Rosaura zur Welt brachte, da nach dasigem Landesgebrauch auch die Weibs Bilder von der Succession in denen Feudis, nicht ausgeschlossen, so bestrebte sich Flaminia ihre Tochter Rosaura wieder in Possission des Guths zu setzen, allein, da sie den Process kaum anzufangen gedachte, starbe auch Flaminia, und hinterließe Rosaura als eine Arme Waise, Odoardo das Unrecht, so er an Rosaura begehe erkennend: Und um solche in etwas zu ersetzen, gabe solche seinem Ver= walter dem Pantalon zu erziehen, endlich stirbet auch Odoardo, sein Sohn Leopoldel reißet nebst seiner Mutter Beatrix nach Finsterberg, das Guth in Besitz zu nehmen, und findet alldorten Rosaura, welche er endlichen auf Einrathen seiner Mutter heÿrathet, und hiemit ihme sowohl das Guth erhaltet, als auch der Rosaura ihren Verlust ersetzet, die Tugendhafte und großmüthige Aufführung der Rosaura, die vernünftige Unterweisungen, und Bestreben der Beatrice, die Flüchtigkeit des Leopoldel, und die Lustbarkeiten des Hannswursts, als die Ehre seiner Gemeinde biß auf den Todt defendirenden Richters, seÿnd Lauter Sachen, so diese Comödie nicht anderst als angenehm machen können."

(Teutsche Arien, Bd. IV, S. 235f.; Transkription Matthias J. Pernerstorfer.)
Dialektal sind vor allem die Arien der - in dieser Inhaltsangabe nicht genannten - Cordel: "Ich bin ja mein Treu recht alber und dumm" und "Ich wünsch euch viel Glück" .

Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.1495
Zuletzt geändert: am: 19.6.2015 um: 08:57:31 Uhr