Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Lyrik
Genre:
Zeitraum Entstehung: 1771/72
Textvarianten:
Kommentar:

Vermutlich zeitnah entstandenes Lied über den 'Bayrischen Hiesl', d.h. Matthias Klostermayr (1736-1771), der als berühmt-berüchtigter Wilderer und Räuber gemeinsam mit Getreuen durch die Wälder in der bayrisch-schwäbisch-österreichischen Grenzregion zog und 1771 gefangen genommen und schließlich hingerichtet wurde.
Mehrmals wird im Lied der Mythos aufgerufen, dass der Bayerische Hiasl angeblich unverwundbar sei und ihm die Kugeln der Jäger nichts ausmachen könnten (Str. 6, 9, 10, 12). Vor dem Hintergrund der für die damaligen Verhältnisse hohen publizistischen Aufmerksamkeit, die der Person (bzw. Figur) des Bayerischen Hiasl mit seinem Treiben und nicht zuletzt auch mit seiner spektakulären Verhaftung und Hinrichtung geschenkt wurde, ist die Strophe 11 besonders interessant: Auf zeitgenössischen Stichen wird der Hiasel immer wieder gemeinsam mit einem Jungen und einem riesigen Hund dargestellt (siehe http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hebis:30:2-42787 oder auch http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Klostermayr_Titel.jpg ). Diese bildliche Darstellung – die in der Flugschrift selbst nicht wiedergegeben wird, aber offenbar gemeinhin bekannt war – wird im Lied hier ganz offensichtlich aufgerufen, wenn es heißt: „Der Hund und der Bua, die lachen grad dazur/ Sö denken sö hald grad, no schierßt nur brav zur“.

Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.145
Zuletzt geändert: am: 11.2.2016 um: 12:12:37 Uhr