Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Lyrik
Genre:
Komponisten:
Zeitraum Entstehung: 1790er; tw. aus dem 16. Jh.
Hauptvariante (Text):
Musikvarianten:
Textvarianten:
Kommentar:

Beschwingtes 'bäuerliches' Lied ohne deutlichen inhaltlichen Kern, das vor allem in der Zeit um 1800 beliebt war und vielfach aufgegriffen wurde.
Das Lied kommt in Versionen mit unterschiedlicher Strophenanordnung und damit mit unterschiedlichem Incipit vor; siehe dazu die Anmerkungen bei den Varianten.
Incipitvarianten:

Hab glaubt du wirst mi nemma
A Schüssala, a Häfala

Der Ursprung und das tatsächliche Alter dieses Liedes ist ungewiss; Teile des Liedes lassen sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen - siehe dazu Bohlman/Holzapfel (2001, S. 37ff.) bzw. Erk-Böhme 552. Diese Traditionslinie betrifft aber nur zwei der Strophen (nämlich: 'Du hast gesagt du willst mich nehmen...' und 'Wie soll ich dich denn nehmen...', d.h. Str. 2 und 3 der Hauptvariante).
Die ersten Belege des hier angegebenen Incipits dagegen stammen aus den 1790ern.

Besonders am Ende des 18. Jahrhunderts fand dieses Lied in verschiedenen Singspielen des Wiener Theaters Verwendung - so im Singspiel "Der Marktschreyer" (Autor: Lippert, Komponist: Süßmayr), oder im Stück "Die Kaufmannsbude" (Schikaneder/Henneberg, 1796; Text nicht erhalten) (vgl. Feurzeig/Sienicki 2008, S. 297). - Auch in anderen Kontexten war das Lied für musikalische Bearbeitungen sehr beliebt, beginnend mit Franz Krommers 8 Variationen (1790) bis Beethoven (op.105, Nr. 3, für Flöte und Klavier) und Vanhal; eine frühe musikalische Bearbeitung ist die von Paul Maschek (Pavel Mašek) von 1796 (siehe Musikvariante).

Die letzte Strophe [lt. Hauptvariante] wurde auch getrennt als "Trinklied" überliefert (siehe den Eintrag "Jetzt hob i no drey Kreuza, ghörn mein und dein" ) bzw. findet sich auch ganz ähnlich beim Lied "Jezt geh I zu mein Nachbär, und klag ihm halt mein Noth" .

(Anm.: Ein bei Feurzeig/Sienicki (2008, S. 297) erwähnter "Brief" von 1779 hat sich nach genauerer Recherchen als schlichter Druckfehler herausgestellt: Offenbar beziehen sie diese Hinweise aus Lechthaler/Moissl/Schnabel (1949), die aber nur den uns bereits zuvor bekannten Reisebrief Gernings erwähnen und fälschlicherweise angeben, dieser stamme vom "31. Oktober 1779" - tatsächlich allerdings ist dieser Brief überschrieben mit "Wien, den 31sten Octob. 1797." (Gerning 1802, S. 70).)

Literatur:
Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.141
Zuletzt geändert: am: 13.10.2015 um: 16:24:55 Uhr