Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Prosa
Genre:
Zeitraum Entstehung: 1795
Textvarianten:
Kommentar:

Nach dem Erfolgsmodell der 'Eipeldauerbriefe' Joseph Richters gestrickter Briefroman. Hier ist es ein Bauerntölpel aus Przelautsch (Prelouc bei Pardubice), der frischverheiratet mit seiner Frau nach Prag kommt, um Kanzlist zu werden, und in seinen naiv-dümmlichen Berichten nach Hause die Prager Gesellschaft, die Modeneuigkeiten, das hiesige Beamtentum, die erotischen Eskapaden seiner Frau und das Zeitgeschehen während der Franzosenkriege komisch gebrochen skizziert.

Der Autor ist unbekannt; etliche Indizien aber deuten darauf hin, dass der Publizist und Theatermann Karl Franz Guolfinger, Ritter von Steinsberg (1757-1806) hinter dem Werk steht. Noch im selben Jahr wird auch sein ausgesprochen erfolgreiches Singspiel 'Hanns Klachel von Przelautsch' (Musik von Frantisek Vincenc Tucek) in Prag uraufgeführt. Weitere Singspiele, die den dümmlichen böhmischen Bauern in den Mittelpunkt setzten, folgten. Berühmt wurde in dieser Rolle Wenzel Swoboda, der später in Wien am Leopoldstädter Theater zu den beliebtesten Akteuren zählte.

Zum Dialektgebrauch (in Beziehung zu Perinets/Müllers 'Die Schwestern von Prag') vgl. S. 38f.

Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.1393
Zuletzt geändert: am: 13.5.2016 um: 17:46:41 Uhr