Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Lyrik
Genre:
Zeitraum Entstehung: 1740+/-
Textvarianten:
Kommentar:

8-strophige, relativ derbe Frauenschelte in dialektal überformtem Kauderwelsch, das den Sänger deutlich als nicht-Muttersprachler (Italiener) markiert. Der Mann beklagt, dass seine Frau böse ist, ihn einsperrt und ihm nichts zu essen gibt. Er hofft daher, dass sie bald "verreckt" und in die Hölle kommt, wo sie dann die Teufel beschimpfen und 'ausjagen' kann.

Der Sänger verwendet ein von fremdsprachigen Interferenzen geprägtes Deutsch, das durch falsche Wortstellung, falsche bzw. fehlende Flexionsendungen und starken Akzent gekennzeichnet ist.
Dialektale Färbung lässt sich vor allem in der Lexik festmachen ( "steß" für 'Stöße', "hiener steig" für 'Hühnersteige' etc.), ist in diesem Fall aber nicht sehr stark ausgeprägt.

Die sprachliche Gestaltung wie auch eine gewisse infantile oder zumindest naive Charakterisierung tragen zur Komik der Figur bei, die dem komischen Typ des 'Simandl', also des von seiner Frau unterdrückten, hilflosen Mannes entspricht.

NB: Im Lied "Griester Gott lieber leuth" , das in einer Handschrift aus dem 17. Jh. überliefert ist, sind die Strophen dieses Liedes in etwas anderer Reihenfolge und mit weiteren Strophen ergänzt ebenfalls enthalten.

Auch in der (eher schwäbischen) Ostracher Liederhandschrift belegt: "O du mein Liebes Gott!", 9 Strophen, Nr. 13, S. 49 (originale Seitenzählung: 53). (Siehe dazu Rattay 1911, S. 81f.)

Literatur:
Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.1341
Zuletzt geändert: am: 24.3.2016 um: 16:24:56 Uhr