Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Prosa
Genre:
Zeitraum Entstehung: 1786
Textvarianten:
Kommentar:

Aufklärerischer, belehrender Bauerndialog mit dialektalen Versatzstücken.

Thema ist das Verbot des Wetterläutens (das im Aberglauben als Schutz vor Unwetter galt), dessen vernünftige Gründe einem Bauern durch einen anderen erklärt werden. Durch dialektale Anklänge soll dem Gespräch größere 'Authentizität' verliehen werden - Dialekt tritt aber eher in Versatzstücken zwischen der deutlich standardsprachlich markierten Belehrungsrede auf:

"Wir seind in unsern Verstand und Einsichten nur wie kleine Kinder gegen den Kaiser, der alles im Ganzen übersieht. Wann Er nit gscheider wär, und nähmet uns zuweilen 's Messer, und anders schädliches Spielzeug aus der Hand, du lieber Gott! was wurden wir oft für Narren- und Kinderstreich anfangen [...]" (S. 4f.)

Ausgangspunkt ist - wie das Zitat bereits andeutet - das Argument, dass die Obrigkeit gegenüber den Untertanen - so wie Eltern gegenüber ihren Kindern - größeres Verständnis und Einsicht haben. In der Folge wird aber auch ausführlich erklärt (der Text hat 52 Seiten), warum der Aberglaube um das Wetterläuten der Vernunft und auch der wahren Religiosität widersprechen müsse und mit dem Verbot allen gedient sei.

Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.1339
Zuletzt geändert: am: 4.3.2016 um: 13:03:57 Uhr