Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Gattung: Drama
Genre:
Komponisten:
Zeitraum Entstehung: um 1750
Musikvarianten:
Kommentar:

Humoristisches Singspiel von Gregor Joseph Werner, in dem mehrere Bauern aus verschiedenen Regionen den Richter wählen; ihre Rede ist dabei durchgehend durch - teilweise auch regional markierten - Dialekt gekennzeichnet.

Am Titelblatt des Drucks von ca. 1750 wird zum Inhalt kurz angegeben: "Die Singer sind: Der Bartlme Zimmermann, als Senior, der Paul Schnepfendreck, der Böhmische Mazko, der Schwäbische Wirth, und der einäugige Schulmeister, welche ein jeder in seiner Sprache, die Vota zur Wahl geben."
Dabei sind vor allem der Schwabe und der Böhme eindeutig regional markiert, die anderen drei Figuren scheinen eher allgemeinen bairisch-österreichischen Dialekt zu sprechen.

Wie im Vorwort zur Neuedition (Moder 1968, o.S.) hervorgehoben wird, handelt es sich beim von Werner eingesetzten Dialekt um eine bewusst eingesetzte, stilisierte Sprachform: "Die 'Bauren-Richters-Wahl' kommt aus dem gehobenen, nicht aus dem volkstümlichen Barocktheater, sie ist humoristisches, bewußt volkstümliches Theater für einen gebildeten Zuhörerkreis" - die Mundart dient als Kolorit und humoristisches Stilmittel.
Darauf weist auch der Text am Titelblatt des Druckes von ca. 1750 hin: "Beyde Stücke [d.h. Bauren-Richters-Wahl und Tändlmarckt], sind nach Art der Quodlibete eingerichtet, und jedes, zur angenehmen Abweckslung, mit 7. Arien, und darzu gehörigen Recitativen versehen, mithin bey vornehmen Gastmahlen und anderen lustigen Gesellschaften mit grossem Applausu zu produciren."

Literatur:
Permalink: http://hdl.handle.net/11471/510.15.1334
Zuletzt geändert: am: 24.3.2016 um: 15:53:21 Uhr