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VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
DOKUMENTIEREN UND VERMITTELN

Digitale Erinnerungslandschaft



Geisteswissenschaftliches Asset Management System



Burgtor, 8010 Graz
Beschreibung: Die Beschäftigung mit dem Erinnerungszeichen von Jochen Gerz im Burgtor soll zur Reflexion der Bedeutung des öffentlichen Erinnerns an den Nationalsozialismus anregen. Die Auseinandersetzung mit dem Denkmal soll den SchülerInnen deutlich machen, wie künstlerische Interventionen die Erinnerungskultur in einer Stadt bereichern und den öffentlichen Raum zum Aushandlungsort von gesellschaftspolitischen Debatten machen können.
Ort: Stadt Graz (8010)
Zeitbedarf: 30–45 Minuten, eignet sich für Supplierstunde
Alter: 13–18 Jahre
Vermittlungsort: Klassenraum bzw. (besser) öffentlicher Raum


Verbundene Orte:




Mehr Erfahren

Wenige Meter vom „Befreiungsdenkmal“ entfernt, am „Burgtor“, wurde am 09.12.2008 das von Jochen Gerz geschaffene Erinnerungszeichen „Ich Sigfried Uiberreither Landeshauptmann“ enthüllt. Das Projekt geht auf einen einstimmigen Beschluss im Steiermärkischen Landtag zurück, einen Erinnerungsort für die Opfer des Nationalsozialismus zu schaffen. Der bewusst gewählte Ort schlägt eine Brücke zur Vergangenheit, da die Grazer Burg sowohl im Nationalsozialismus als auch heute noch als Sitz des Landeshauptmanns fungiert(e). An der Realisierung dieses Projektes kann man eine Neudefinition des Denkmalbegriffs erkennen, da Gerz als Denkmaltypus keine Gedenktafel wählte, sondern eine Inschrift in einem Bogen des mittelalterlichen Grazer Burgtors anbrachte, mittels derer PassantInnen direkt vom NS-Gauleiter und Landeshauptmann Sigfried Uiberreither angesprochen werden. Eindringliche Fragen richten sich über die gesamte Spannbreite des Torbogens an die Vorübergehenden und „zwingen“ sie zum Erinnern.



Literatur

  • Werner Fenz (Hg.), Jochen Gerz: Arbeit mit der Öffentlichkeit, Wien 2016.