CoReMA

Cooking Recipes of the Middle Ages

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Overview

Collection: Ka2

Shelfmark: Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Cod. Donaueschingen 793

Material: paper

Number of folios: 100

Dimensions: 215mm x 145-150mm

Origin: lower Inn Valley (?) (Mühldorf am Inn?)

Dating: ca. 1445-1470 and later

Languages: Central Bavarian, Medieval Latin toggle details

, (Hebrew sprinkles)

Codicology

Number of folios: 100

Dimensions: 215mm x 145-150mm

Condition: Durchgängig Schmutz- und Benutzungsspuren.

Material: Papier

Watermarks: Wasserzeichen in der Reihenfolge der heutigen Lagen.
1: Krone, Typ Piccard XII 34b, ähnlich Piccard-Kartei (Rattenberg 1494).
2: Ochsenkopf, Typ Piccard XIII 573, ähnlich Piccard-Kartei (versch. Orte 1451-1452);
4: Ochsenkopf, Typ Piccard XIII 522, ähnlich Piccard-Kartei (München 1468).
6: Ochsenkopf mit zweikonturiger Stange mit Blume (und Kreuz?), Typ Piccard XIII 587-588 (?), ähnlich Piccard-Kartei (1463?); Ochsenkopf mit Krone, Typ Piccard (?), ähnlich Piccard-Kartei (?);
7: Ochsenkopf, Typ Piccard XIII 801, ähnlich Piccard-Kartei (?);
9: Ochsenkopf, Typ Piccard XIII 511, ähnlich Piccard-Kartei (Innsbruck, Augsburg 1463-1464);
11: Ochsenkopf, Typ Piccard XIII 522, ähnlich Piccard-Kartei (München 1468).
3: Dreiberg, ähnlich Piccard I 77-82 (S. Daniele del Friuli, Udine 1448-1452);
5: Dreiberg, ähnlich Piccard I 136, 139 (Vicenza 1447-1448).
4: Waage mit Stern;
11: Waage;
12: Waage mit Stern.
7: Mohrenkopf, ähnlich BRIQUET 15616 (Vicenza 1456).
8: nicht erkennbar;
10: nicht erkennbar (Waage?).

Foliation: Alte, gelegentlich fehlende Tintenfoliierung mit arabischen Ziffern. Es gilt die moderne Bleistiftfoliierung.

Collation: Textverlust durch herausgetrennte Lagen und Blätter.
Die Lagen 2-12 sind mit alten Lagensignaturen d-o bezeichnet.
Die Texte sind erst im Rahmen einer späteren Benutzungsphase im 15. Jh. in dieser Form gebunden worden:
Wegen Bindefehlern sind Anfangs- und Schlussteile einzelner Texte getrennt worden.
Stark verschmutzte (ursprüngliche Außen-) Blätter (z.B. 73/80, 88/93) zeigen, dass Einzeltexte einmal als lose ineinandergelegte Lagen oder Hefte in Gebrauch waren. Die Texte wurden vor und nach dem Binden von jüngeren Händen ergänzt.

Formula: (VI-3)^9 + (VII-12)^11 + (VI)^23 + (VIII)^39 + (VI-2)^49 + (VII)^63 + (VI-3)^72 + (IV-8) + (V-2)^80 + (V-4)^86 + (V-1)^95 + (III-1)^100

Hands: Kursive (bis auf 89r-93r) mehrerer Hände.

Script (fol. 27v-28v, 94r-98r): Rezepte abgesetzt, Überschriften mittig toggle details

allgemeine Beobachtung: Rezepte abgesetzt, Überschriften mittigDuktus: flüchtig, typische GebrauchsschriftLeitbuchstabe <a>: einstöckiges <a>Leitbuchstabe <l>: mit und ohne SchleifeLeitbuchstabe <g>: geschlossene Punze, unterer Bogen geschlossen oder fast geschlossenLeitbuchstabe <e>: offene PunzeLeitbuchstabe <m>, <n>: finaler Schaft in finaler Stellung teils UnterlängeLangschäfte <b>, <d>, <h>, <k>, <l>: mit und ohne Schleife<f>, Schaft-s Unterlänge: Unterlängen reichen teils bis ins Mittelband der nächsten ZeileVerschiedene r-Formen: gerades <r>, rundes <r>Verschiedene z-Formen: geschwänztes <z>Bögen/Unterlänge von <h>, <y> und geschwänztem <z>: - Verwendung von Schaft-s und rundem <s>: Schaft-s: initial + medial; rundes <s>: finalVerwendung von geradem und rundem <d>: mit und ohne Schleifei-Markierung: teilweise i-Punkte vorhandenBesonderheiten anderer Grapheme: - Zahlzeichen: römische Ziffern/lat. BuchstabenMajuskeln (Verwendung): Überschriften, Rezeptbeginn, Satzbeginn, Majuskel-i auch im WortinnerenVerzierungen: - Rubrizierung: - Diakritika: tilden-, punkt-, strichförmig Abbreviaturen: Kürzungsstrich, r/er-Haken, Universalkürzung/-schlaufe, er-Kürzung in Verbindung mit finalem Schaft-sInterpunktion: VirgelTerminatoren: - Worttrennung: - Korrekturen: StreichungOffensichtliche Schreiberwechsel: -

Layout

Measure: 160-200 x 115-130 mm

Lines: 32-44

Text: Schriftgrad und -duktus schwankend

Cover

Condition: Rücken im 20. Jh. partiell erneuert, Papierrückenschild mit Titel (18. Jh.?): MM. SS. Medica Mirabilia.
Auf dem vorderen Spiegel von der Hand Caspar Rauschers: 1539 Liber variarum rerum.
Auf dem hinteren Spiegel Sprichwort von einer Hand des 15. Jhs.
Die Falze dienen auffallenderweise nicht zur Verbindung von Buchblock und Einbanddecke und sind nicht unter den Spiegel geklebt. Möglicherweise deuten die Falze auf einen den heutigen Holzdeckeln vorausgehenden Einband.

Covering: Dunkles verziertes Leder über Holz.

Clasps: Ursprünglich eine Schließe mit heute abgerissenem Schließenband.

Decoration: Streicheisenlinien und Einzelstempelpressungen (u. a, Doppeladler mit Krone, Einhorn, durchschossenes Herz mit Blüte).

Wastepaper: Zur Festigung der ersten und (heute verlorenen?) letzten Lage sind Pergamentfalze aus einer liturgischen Handschrift des 12. Jhs. (frühgotische Minuskel) verwendet worden.

History

Origin: unteres Inntal (?) (Mühldorf am Inn?)

Provenance: Im 16. Jh. war der gebundene Codex im Besitz eines Caspar Rauscher, der seine Einträge auf das Jahr 1539 datierte.

Dating: ca. 1445-1470 und später

Note: Die ursprünglichen Faszikel sind laut Wasserzeichenanalyse im Zeitraum von ca. 1445-1470 und (fast ausschließlich?) im mittelbairischen Sprachraum entstanden.
Viele der genannten Personen kommen aus Mühldorf am Inn oder dessen Umgebung.
Die verwendeten Papiere und die 93r zum lat. Traktat von Tura de Castello genannten Gewährsleute Jacobus de Aymerico de Vincencia und quidam iuuenis theotonicus weisen auf Bezüge nach Norditalien.
Inhaltliche Gründe - teure Zutaten in Koch- und Gesundheitsrezepten, Fastenspeisen, Enthaarungsrezepte für die Tonsur - lassen einen (hohen) Geistlichen als Urheber der Textsammlung vermuten (vgl. B. Danner 1970 , S. 119).
Auf Blatt 41v lautet die Angabe der Auskunftsperson secundum meinem mesner.
Die humanmedizinischen Rezepte haben überwiegend laienärztlichen Charakter.
Die Vielzahl der ophthalmologischen Rezepte weist auf ein Augenleiden des Erstbesitzers.

Acquisition: Laut G. Eis ist die Hs. wohl durch den Buchhandel in die Donaueschinger Hofbibliothek gelangt (Eis 1982, S. 16).

How to cite

Böhm, A. (2021). Ka2, Codicology. In H. W. Klug (Ed.), CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages. Corpus - Analysis - Visualisation. With the help of A. Böhm and C. Steiner. http://hdl.handle.net/11471/562.10.3711 (GAMS. 562.10.3711) (Accessed 2022-07-02)

Sources

Eis, G. (1982) ‘Eine Donaueschinger Sammelhandschrift aus dem unteren Inntal’, in Medizinische Fachprosa des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit. Amsterdam: Rodopi (Amsterdamer Publikationen zur Sprache und Literatur. 48.), cf. pp. 16-26. Krug, M. (2018) Handschriftencensus | Karlsruhe, Landesbibl., Cod. Donaueschingen 793 Available at: https://handschriftencensus.de/9534 (Accessed: 12 October 2020). Obhof, U. (2004) ‘Das “Mühldorfer Haus- und Arzneibuch” aus dem 15. Jahrhundert’, Würzburger Medizinhistorische Mitteilungen, 23, pp. 159–168. Obhof, U. (no date) Karlsruhe, Badische Landesbibliothek - Donaueschingen 793, Manuscripta Mediaevalia. Available at: http://www.manuscripta-mediaevalia.de/?xdbdtdn!%22obj%2031576819%22&dmode=doc#|4 (Accessed: 12 October 2020).


Danner, B. (1970) ‘Alte Kochrezepte aus dem bayrischen Inntal’, Ostbairische Grenzmarken. Passauer Jahrbuch f. Geschichte, Kunst u. Volkskunde, 12, pp. 118–128.


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