CoReMA

Cooking Recipes of the Middle Ages

HELP

Overview

Collection: Ka1

Shelfmark: Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Cod. Aug. pap. 125

Material: paper

Number of folios: 230

Dimensions: 220mm x 160mm

Origin: area of Lake Constance

Dating: 1470

Languages: Swabian-Alemannic, Medieval Latin toggle details

Nach der Dialektbestimmung ist der Entstehungsraum des Reichenauer Kochbuchs im alemannisch-schwäbisch-bairischen Grenzgebiet anzusiedeln.

Codicology

Number of folios: 230

Dimensions: 220mm x 160mm

Condition: Handschrift umfasste ursprünglich 230 Blätter, von denen heute allerdings einige ganz oder teilweise fehlen, ohne dass ein besonderer Grund für die Entfernung gerade dieser Blätter erkennbar wäre.
Sie ist 1970 restauriert worden, dabei wurden auch Rücken und Schnallen wieder hinzugefügt.
Die Blätter 1 und 2 sind verloren, der Band beginnt heute mit Blatt 3; damit ist wohl auch der spätmittelalterliche Reichenauer Besitzvermerk verschwunden.

Material: Papier

Watermarks: Krone,
Ochsenkopf, u.a.

Foliation: Kochbuchteil weist zwei verschiedene Seitenzählungen auf.
Ältere Zählung (vermutlich aus der Entstehungszeit der Handschrift) in römischen Ziffern von CVIII bis CXX.
Jüngere Foliierung mit Bleistift in arabischen Ziffern am unteren Blattrand.

Collation: Handschrift ist nicht in regelmäßigen Lagen gebunden, etliche Lagen sind an- bzw. ineinandergeheftet.
(Genaue Beschreibung mit Zeichnung der Lagen bei: Holder, Alfred: Die Handschriften der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe, Bd. IV. Die Reichenauer Handschriften, beschrieben von Alfred Holder, 2. Bd. Die Papierhandschriften. Fragmente, Nachträge. Nachdr. der ersten Aufl. von 1914 mit bibliogr. Nachträgen. Wiesbaden 1971., hier S. 278f.)

Hands: Verschiedene Hände in Bastarda des 15. Jh.
Innerhalb der Kochrezepttextsammlung (108r-120r) sind 3 Hände auszumachen:
Kochrezepttexte: Hand I: fol. 108r – fol. 116r Mitte; 117r zweites Drittel – 117v
Kochrezepttexte: Hand II: fol. 116r Mitte – 117r erstes Drittel (erstes Rezept)
Kochrezepttexte: Hand III: ab fol. 118r – 120r

Script (fol. 108r-120r): klare Gliederung in Rezeptblöcke, Überschriften mittig, Zeilenzahl 28–32; verschiedene Hände: Unterschiede von H2 zu H1: Duktus flüchtiger, Buchstaben sind weiter auseinandergezogen – <e> meist offenen Punze – <tz>-Verbindung deutlicher, keine ß-Ligatur. Diakritika: vermehrt halbrunder Bogen über Vokalen – Kürzungsstrich‚ r-Haken, daz-Kürzung, ser-Kürzung – Zahlzeichen durch Punkte davor bzw. danach gekennzeichnet Unterschiede von H3 zu H1: Zeilenzahl 35–38 – Duktus flüchtiger, sehr krakelig – <g> geschlossenen Punze, meist geschlossener Unterbogen – keine Zierstriche auf <r>. Diakritika: vermehrt halbrunder Bogen über Vokalen – vermehrte Kürzungen, v.a. r/er-Kürzung, Kürzungsschlaufe am <d> für <den>. toggle details

allgemeine Beobachtung: klare Gliederung in Rezeptblöcke, Überschriften mittig, Zeilenzahl 28–32; verschiedene Hände:, Unterschiede von H2 zu H1:
Duktus flüchtiger, Buchstaben sind weiter auseinandergezogen – <e> meist offenen Punze – <tz>-Verbindung deutlicher, keine ß-Ligatur.
Diakritika: vermehrt halbrunder Bogen über Vokalen – Kürzungsstrich‚ r-Haken, daz-Kürzung, ser-Kürzung – Zahlzeichen durch Punkte davor bzw. danach gekennzeichnet , Unterschiede von H3 zu H1:
Zeilenzahl 35–38 – Duktus flüchtiger, sehr krakelig – <g> geschlossenen Punze, meist geschlossener Unterbogen – keine Zierstriche auf <r>.
Diakritika: vermehrt halbrunder Bogen über Vokalen – vermehrte Kürzungen, v.a. r/er-Kürzung, Kürzungsschlaufe am <d> für <den>.
Duktus: H1 und H2 klares Schriftbild, leicht nach rechts geneigt;
H3 flüchtig, fast krakelig
Leitbuchstabe <a>: einstöckiges <a>Leitbuchstabe <l>: <l> mit SchlaufeLeitbuchstabe <g>: geschlossene Punze, offener UnterbogenLeitbuchstabe <e>: offenen Punze, zweiteilig gebautes e deutlich ersichtlichLeitbuchstabe <m>, <n>: finaler Schaft in finaler Stellung teils mit UnterlängeLangschäfte <b>, <d>, <h>, <k>, <l>: mit Schlaufe<f>, Schaft-s Unterlänge: ‚normale‘ UnterlängeVerschiedene r-Formen: gerades <r>Verschiedene z-Formen: geschwänztes <z>Bögen/Unterlänge von <h>, <y> und geschwänztem <z>: <h> mit UnterlängeVerwendung von Schaft-s und rundem <s>: Schaft-s: initial + medial; rundes <s>: finalVerwendung von geradem und rundem <d>: - i-Markierung: fast durchgehende i-Markierung, <y> teils mit PunktenBesonderheiten anderer Grapheme: ß-Ligatur; <r> weist teils kleine Zierstriche auf; Grenze zwischen <cz> und <tz> fließend; Unterscheidung zwischen <cz> oder <z> mit tiefem Anstrich in initialer Stellung nicht möglich – als <z> transkribiert: : Zahlzeichen: römische Ziffern/lat. BuchstabenMajuskeln (Verwendung): Überschriftenbeginn, RezeptbeginnVerzierungen: Überschriften teils mit einfachen Strichen oder Verzierungen eingerahmt, fol. 114v06, 114v17, 115r20 Zeichnung oder Zeilenfüller (Lt. Ehlert Zeichnung eines liegenden Schneebesens; Ehlert 1996, S. 155-157): Rubrizierung: - Diakritika: hochgestelltes <e>/<o>, diagonaler Doppelpunkt, halbrunder Bogen Abbreviaturen: Kürzungsstrich, r-Haken, daz-Kürzung, ur-KürzungInterpunktion: - Terminatoren: etc-Abbr. dient als ZeilenfüllerWorttrennung: DoppelstrichKorrekturen: StreichungOffensichtliche Schreiberwechsel: s.o.

Cover

Condition: Restaurierung 1970

Covering: Holzdeckel mit bräunlichem Leder überzogen

Clasps: 2 Lederspangen mit Metall beschlagen, wobei die unteren abgerissen waren. Bei der Restaurierung 1970 wieder hinzugefügt.

History

Origin: Bodenseeraum: Lokalisierung aufgrund der schwäbisch-alemannischen Schreibsprache

Dating: 1470

Note: Datierung aufgrund der Wasserzeichen

Acquisition: 1805 aus dem Kloster Reichenau in die Badische Hof- und Landesbibiothek gekommen.

How to cite

Böhm, A. (2021). Ka1, Codicology. In H. W. Klug (Ed.), CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages. Corpus - Analysis - Visualisation. With the help of A. Böhm and C. Steiner. http://hdl.handle.net/11471/562.10.32 (GAMS. 562.10.32) (Accessed 2021-12-05)

Sources

Handschriftencensus | Karlsruhe, Landesbibl., Cod. Aug. 125 (2018) Handschriftencensus. Available at: https://handschriftencensus.de/8460 (Accessed: 12 October 2020). Holder, A. (1914) Die Reichenauer Handschriften. Neudruck mit bibliographischen Nachträgen Wiesbaden 1971. Leipzig/Berlin (Die Handschriften der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe. VI.), cf. pp. 279-282. Honold, M. (2005) Studie zur Funktionsgeschichte der spätmittelalterlichen deutschsprachigen Kochrezepthandschriften. Würzburg: Königshausen & Neumann (Würzburger medizinhistorische Forschungen. 87.).


Ehlert, T. (1996) ‘Das Reichenauer Kochbuch aus der Badischen Landesbibliothek. Edition und Kommentar’, Mediaevistik. 9., pp. 135–188.


Content