Jahrrechnungen der Stadt Basel 1535 bis 1610 – digital

Beta-Version

Das Projekt

Die vorliegende digitale Edition der Basler Jahrrechnungen umfasst die Rechnungsjahre des Basler Stadthaushaltes von 1535/36 bis 1610/11. Die folgende Beschreibung gibt einen knappen Überblick über

Ausführlichere Informationen zur Edition der Basler Rechnungsbücher von 1535/36 bis 1610/11, deren Aufbau und Struktur finden Sie im Text „Basler Rechnungsbücher 1535/36 bis 1610/11. Erläuterungen, Struktur, Aufbau“.

Das Editionsprojekt

Das Editionsprojekt zu den Basler Jahrrechnungen des 16. Jahrhunderts wurde von Prof. Dr. Susanna Burghartz (Departement Geschichte, Universität Basel) geleitet. Zum Editionsteam gehörten Sonia Calvi, Lukas Meili und Jonas Sagelsdorff (Universität Basel). Die technische Konzeption und Leitung der digitalen Edition lag bei Dr. Georg Vogeler, der das Projekt auch zusammen mit Prof. Dr. Johannes Stigler und Christian Steiner (alle Zentrum für Informationsmodellierung, Universität Graz) mit Unterstützung der MitarbeiterInnen des Zentrums realisierte. Die Digitalisate wurden vom Staatsarchiv Basel-Stadt zur Verfügung gestellt. Das entsprechende Digitalisierungsprojekt der Originalquellen wurde von lic.phil. Elias Kreyenbühl (StaBS) geleitet.

Finanzielle Unterstützung erhielt das Projekt namentlich durch die Vögelin-Bienz-Stiftung des Staatsarchivs Basel, den Fonds zur Förderung von Lehre und Forschung, Basel und Forschungsmittel des Lehrstuhls Prof. Burghartz.

Die Basler Jahrrechnungen

Basel verfügt über eine ausgezeichnete Überlieferung von Quellen zum städtischen Haushalt. So sind über Jahrhunderte fast vollständige Serien der Jahrrechnungen, Fronfastenrechnungen, Kerbbüchlein und Wochenein- und Ausgabebücher erhalten.

Die Jahrrechnungen der Stadt sind in einer beinahe ununterbrochenen Serie ab dem Jahrgang 1360/61 bis zum Jahr 1610/11 überliefert. Vor über hundert Jahren hat Bernhard Harms die Jahrrechnungen der Stadt Basel für die Jahre von 1360/61 bis 1534/35 in einer damals mustergültigen Edition vorgelegt. 1 Sie ist als Retrodigitalisat verfügbar.

Hier werden nun erstmals die Jahrrechnungen des 16. Jahrhunderts von 1535/36 bis zum Ende der seriellen Überlieferung im Jahr 1610/11 ediert. Für diese 75 Jahre ist die Überlieferung ebenfalls fast lückenlos; lediglich der Jahrgang 1584/85 fehlt ganz, derjenige von 1606/07 lässt sich nur noch aus den vierteljährlichen Fronfastenrechnungen rekonstruieren. Einige durch Schimmelbefall entstandene Lücken in den Jahrgängen 1541, 1542, 1543, 1544, 1545, 1546, 1547, 1599, 1600 und 1606 konnten aus den entsprechenden Fronfastenrechnungen weitgehend rekonstruiert werden. 2

Die Jahrrechnungsbücher des vorliegenden Editionsprojektes fassen die Einnahmen und Ausgaben der Hauptkasse der Stadt Basel zusammen. Sie sind in deutscher Sprache niedergeschrieben. Der erste Teil jeder Jahrrechnung listet die Einnahmen auf, der zweite Teil die Ausgaben. Die Einnahmen bzw. die Ausgaben beginnen mit einer, während des gesamten Bearbeitungszeitraums von 1535/36 bis 1610/11 beinahe unverändert bleibende Reihe jährlich wiederkehrender Rubriken, bei welchen häufig auch die Summen der einzelnen Angarien (Quartale) angegeben sind. Beispiele für solche wiederkehrenden Rubriken sind bei den Einnahmen etwa Steuern und Zölle, bei den Ausgaben Zinsen und Löhne.

Diesem strukturierten Teil folgt jeweils ein weniger strukturierter Teil, in dem zahlreiche einzelne Transaktionen aufgelistet werden, die allenfalls bestimmten Gruppen zugeordnet werden können wie etwa Einnahmen aus Strafen, Pensionen und Ausgaben für Baumassnahmen, Reparaturen oder Käufe von Rüstungsmaterial. Am Ende folgen jeweils die Einnahmen und Ausgaben für die Ämter (Untertanengebiete). Bei der Benutzung der Stadtrechnungen gilt es zu bedenken, dass neben der Hauptkasse, welche in diesen Büchern abgerechnet wird, auch öffentliche Einrichtungen bestanden, die nicht durch die Stadt verwaltet wurden und entsprechend auch nicht in den städtischen Rechnungen erscheinen.

Die zeitgenössische Kontenstruktur wurde weitgehend beibehalten. Erläuterungen zu den einzelnen Konten finden sich in der "konten-xml"-Datei. Sie geben den derzeitigen Forschungsstand und die entsprechenden Informationsquellen wieder und sind im Rahmen künftiger Forschungen weiter zu präzisieren bzw. zu klären.

Die vierteljährlich geführten Fronfastenrechnungen enthalten prinzipiell die gleichen Informationen wie die Jahresrechnungen – letztere wurden wahrscheinlich aus ersteren zusammengefasst. Bei der Rekonstruktion von unleserlichen oder zerstörten Einträgen wurde in dieser Edition deshalb, wo möglich, auf die Fronfastenrechnungen zurückgegriffen.

Weitere Informationen zu den institutionellen und organisatorischen Grundlagen des städtischen Finanzhaushaltes, zur Praxis der Rechnungslegung, zur Strukturierung der Einnahmen und Ausgaben, zur zeitgenössisch verwendeten Kontenstruktur, zu Fragen nach der Länge der einzelnen Rechnungsjahre und einige weitere Hinweise finden sich in einem separaten Text zu den „Basler Jahrrechnungen 1535/36 bis 1610/11. Erläuterungen, Struktur, Aufbau“, der für diese Edition verfasst wurde. Die zeitgenössische Kontenstruktur wird dort zusätzlich in tabellarischer Form als separater Überblick geboten.

Transkriptionsrichtlinien

Die vorliegende Edition richtet sich grundsätzlich nach den Transkriptionsregeln des Staatsarchivs Basel-Stadt vom 11. April 2012 . In einigen Punkten wurde von diesen Regeln abgewichen, um möglichst grosse Konsistenz mit der gedruckt vorliegenden Edition von Bernhard Harms zu erzielen, in einzelnen Fragen den für die hier zu edierende Quelle als sinnvoller erachteten Ad-Fontes-Transkriptionsregeln zu folgen und um Besonderheiten der Quelle besser abbilden zu können. Konkret wurde in folgenden Punkten von den Transkriptionsregeln des Staatsarchiv Basel-Stadt abgewichen:

  • u und v nach Laut transkribiert und nicht buchstabengetreu wiedergegeben (vgl. Abschnitt 8.2. Buchstaben, Zahlen und Zeichen ).
  • Das als diakritisches Zeichen übergeschriebene e wird in der Transkription als ¨ (ä, ö, ü) wiedergegeben, ein über ein u übergeschriebenes o wird nicht wiedergegeben, da es meist nicht von den Distinktionsstrichen über den u unterscheidbar ist (vgl. Abschnitt 8.2. Buchstaben, Zahlen und Zeichen).
  • Römische Zahlen werden gemäss Regel stets klein geschrieben; hiervon ausgenommen sind die Titelseiten. Auf der Titelseite wird die Gross- und Kleinschreibung gemäss Vorlage übernommen. Die Apostrophi IↃ bzw. CIↃ werden zu D bzw. M aufgelöst (vgl. Abschnitt 8.2. Buchstaben, Zahlen und Zeichen).
  • Doppel-s und ß werden unabhängig davon, ob es sich um eine ss- oder sz-Ligatur handelt, zu sz aufgelöst. Die Transkription richtet sich in diesem Punkt nach der Edition von Harms (vgl. Abschnitt 8.2. Buchstaben, Zahlen und Zeichen ).
  • Um den Text für moderne Leser leichter zugänglich zu machen, wird so weit wie möglich eine moderne Interpunktion verwendet (vgl. Abschnitt 8.3. Interpunktion).
  • Die Variabilität des Wortabstandes wird der Einfachheit halber nicht abgebildet, zumal die Edition den Text mit den Digitalisaten der Originalquelle verknüpft (vgl. Abschnitt 8.4. Wortabstand).
  • Allgemein gilt, wie schon bei Harms, das Prinzip der Kleinschreibung (vgl. Ad fontes Regeln) mit Ausnahme von Eigennamen von Personen, Ortschaften, Ländern, Häusern und Wirtshäusern, Monaten, Wochentagen und Feiertagen (vgl. Abschnitt 8.5. Gross- und Kleinschreibung).
  • Masseinheiten und Währungen ausser die Rechnungseinheiten lb, ß und d, sowie (Ehren-)Titel werden stillschweigend aufgelöst, um die Lektüre zu vereinfachen; ebenso Abkürzungen, die als allgemein verständlich gelten. Eine Ausnahme bilden hier jene Abkürzungen, welche als blosse Platzhalter dienen (z.B. n.n. oder n.). Diese werden originalgetreu wiedergegeben (vgl. Abschnitt 8.9. Abkürzungen).

Die Digitale Edition

Zum Datenmodell

Diese Edition realisiert ein Modell digitaler Edition, das eine visuelle, eine textuelle und eine inhaltliche Herangehensweise an die originalen Archivdokumente in verschiedenen Objekten modelliert, die auf einander verweisen. 3 Auf der visuellen Ebene werden Eigenschaften wie etwa die graphische Textgestaltung, sichtbare Bearbeitungsspuren wie Streichungen, Marginalien und Ergänzungen oder die Verwendung einer anderen Tintenfarbe abgebildet. Die textuelle Ebene umfasst den eigentlichen Text, der in einem modernen Zeichenrepertoire erfasst und als moderner Lesetext dargestellt wird. Bei der inhaltlichen Ebene geht es schliesslich darum, die Bedeutung des Textes zu verstehen und möglichst viel von den in den Texten enthaltenen Informationen als strukturierte Daten zu repräsentieren. Damit entstehen Möglichkeiten, Textteile für die Analyse neu zu gruppieren und sie numerisch auswertbar zu machen. Die digitale Edition versucht, die genannten Herangehensweisen in ein gemeinsames Datenmodell zu integrieren. Dabei wird die visuelle Herangehensweise in der digitalen Edition durch digitale Bilder repräsentiert (s.u.). Die textuelle Herangehensweise ist in einer TEI-Kodierung mit zugehöriger HTML-Repräsentation (s.u.) umgesetzt. Für die Repräsentation der Inhalte verwendet die Anwendung die Daten als RDF Aussagen gespeichert. Zusätzlich können die Inhalte auch als Tabellenkalkulationsblätter heruntergeladen werden. Die TEI-Kodierung als Archivformat bindet alle drei Repräsentationsformen zusammen.

Kodierungsstandards

Die Kodierung der Transkription folgt den Regeln der Text Encoding Initiative (TEI) . Für die praktische Arbeit wurde eine angepasste Version des TEI-Schemas erstellt, dessen zugehörige Beschreibung mit im Repositorium veröffentlicht ist. In dieser angepassten Version der TEI konnten Buchungsposten, Summen, Buchungsbeträge und Währungsangaben beschleunigt erfasst werden, weil dafür verkürzte Tags vorgesehen waren:

  • r:e für den Buchungsposten,
  • r:sum für Summen,
  • r:b für den Buchungsbetrag
  • r:lb, r:sh und r:d für Pfund, Schilling und Pfennige sowie
  • r:sup für hochgestellte Zeichen

Die Kodierung der Klammern, mit denen die Schreiber im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit üblicherweise Buchungen zusammenfassen, wurde mit einem Element r:klammer erleichtert.

Aus diesen Erfassungdateien wurde bei der Speicherung in der Anwendung und damit der Transformation der Daten in ein Archivformat, eine Kodierung erzeugt, die vollständig der Version 2.7 der TEI entspricht, also keine projektspezifischen XML-Elemente mehr enthält. 4 Diese Kodierung stellt den Text in seiner linguistischen Basisstruktur mit den Befunden der Transkription dar. Die buchhaltungstechnischen Eigenschaften des Textes werden als eine mit dem Attribut @ana kodierte Referenz auf eine Taxonomie ausgedrückt. Darauf aufbauend werden bei der Übertragung der Ausgangsdaten in das digitale Archiv RDF-Repräsentationen erzeugt (XSLT-Skript), die in einer Blazegraph-Triple Store gespeichet sind und für komplexe Suchanfragen verwendet werden. ( Beispiel für das erzeugte RDF)

Die Buchungen sind in einer Ontologie modelliert, die sich an XBRL-GL (eXtensible Business Reporting Language - Global Ledger Taxonomy) anlehnt: Sie sieht einzelne Buchungen (bk:entry) vor, die Konten ( bk:account) zugeordnet sind. Die Buchungen enthalten Text (g2o:inhalt) und gebuchte Beträge (bk:amount). Ein Betrag enthält einen numerischen Wert (bk:num), dem eine Währungseinheit bk:unit zugeordnet ist. Der Wert ist im spezifischen Kontext als Zu- (bk:i) oder Abgang (bk:d) identifiziert. Die Währungen referenzieren eine eigene Ressource, die nur als pragmatische vorläufige Lösung verstanden werden kann, da es Ziel sein muss, derartige Entitäten in einer gemeinsamen Ontologie zu modellieren. Dafür könnte die numismatische Ontologie 'nomisma.org' ein Ort sein, sollte sich aus anderen Aktivitäten nicht eine allgemeine von historischen Mass- und Gewichtsangaben ergeben. Die im Projekt verwendete Ontologie ist als RDF-Datei unter http://gams.uni-graz.at/rem/bookkeeping dauerhaft verfügbar.

Basistechnologien

Die Daten werden im FEDORA-Commons basierten Repository GAMS (Geisteswissenschaftliches Asset Management System des Zentrums für Informationsmodellierung der Universität Graz gehostet. Dort sind nicht nur die TEI-Quellen der Daten abgelegt sondern auch die zugehörigen Skripte, d.h. XSL-Transformationen, JavaScript-Bibliotheken und SPAQRL-Anfragen. Das GAMS integriert zur Präsentation Cocoon-Services in das FEDORA-Repositorium und benutzt projektspezifische Content Models für die TEI-Daten und die Anfragen an die RDF-Datenbank. Das System verwendet als TripleStore die Open Source Software Blazegraph, die eine Volltextsuche in die Graphendatenbank integriert. Die RDF-Repräsentation der Buchungen ermöglicht es, sie als Linked Open Data mit Semantic Web Technologien abzufragen. Ein SPARQL-Endpoint steht derzeit noch nicht zur Verfügung. Die aus den Rechnungen extrahierten RDF-Daten sind aber als RDF-XML öffentlich zugänglich.

Funktionalitäten

Anzeige der einzelnen Rechnungsjahre

In der Rechnungsansicht finden die Benutzer im linken Feld ein Inhaltsverzeichnis, über das Konten direkt angesteuert werden können. In der Mitte steht die Transkription, an deren Ende der Apparat der sachlichen und textkritischen Anmerkungen folgt. Rechts finden die Benutzer Metadaten zum Objekt und Links auf verschiedene Darstellungsformen .

Die Folioangaben („fol. 1r“) führen die Benutzer zu Bildern der jeweiligen Seite. Die Benutzer können die Texte jedes einzelnen Rechnungsjahres als ganzes anzeigen oder seitenweise durchblättern. Der Wechsel zwischen Einzelseitenanzeige und vollständigem Text ist über das Symbol [^] neben der jeweiligen Folioangabe zugänglich.

Textkritische (Buchstabenapparat) und sachliche (Zahlenapparat) Anmerkungen sind sowohl beim Fahren mit der Maus über die entsprechende Textstelle/das Endnotenzeichen, als auch am Ende des Textes einsehbar.

Als typographische Darstellung von häufig vorkommenden textkritischen Beobachtungen wird verwendet:

  • durchgestrichener Text markiert Tilgungen in der Vorlage.
  • Lücken werden mit eckigen Klammern ([]) angegeben. Sie enthalten entweder den aus anderen Quellen rekonstruierten Text oder drei Punkte (...). In der textkritischen Anmerkung wird der Befund näher erläutert.
  • Hinzufügungend werden in blauer Schrift und farbig hinterlegt dargestellt.
  • Klammern sind mit einem Strich am linken Rand markiert, der mit einem Pfeil auf den gemeinsamen Wert verweist:
    • Eintrag
    • Eintrag
    • Zielwert (Summe, wiederholter Wert etc.)

Darstellungsformen

Die Rechnung kann nicht nur in der vorliegenden HTML-Fassung als Lesetext, sondern auch in Form einer Tabelle () heruntergeladen werden. Sie kann zum Druck (), in der zu Grunde liegenden TEI-Kodierung () oder in der aus dem TEI extrahierten RDF/XML-Repräsentation der Daten () heruntergeladen werden. Die Tabelle kann auch als Datei für die Weiterverarbeitung in Tabellenkalkulationssoftware heruntergeladen werden.

Facsimileansicht

Die Bilder der Handschriften können über die Funktion "Facsimileansicht" durchgeblättert werden. Die Facsmileansicht kann über die Kontenliste oder über die Folioreferenzen in den Transkriptionen aufgefurfen. In der Facsimileansicht können die Bilder als Doppelseiten oder als Einzelseiten durchgeblättert werden. Mit dem Menüpunkt TOC wird ein Inhaltsverzeichnis zu Erleichterung der Navigation aufgerufen. Die untere Funktionsleiste erlaubt das Ansteuern einer Seite über einen Schieberegler, den Zoom in der aktuellen Darstellung und die Umstellung auf verschiedene Seitenfolgen. Die obere und untere Menüleiste können über den Pfeil rechts unten ein- und ausgeblendet werden.

Die Facsimileansicht beruht auf einer Transformation der TEI-Ausgangsdaten in eine METS (Metadata Encoding and Transmission Standard). Daraus wird ein Manifest nach dem SharedCanvas/IIIF-Standarderstellt. In diesem Info-Bereich sind auch Links auf die Einzelbilder der Seiten zu finden.

Datenkorb

Die einzelnen Buchungen sind für die Forschung nicht nur in ihrem originalen Kontext von Bedeutung. Die Edition erlaubt es deshalb den Benutzern, sich ihre eigene Auswahl an Buchungen in einem „Datenkorb“ zusammenzustellen. Dafür klicken sie auf die Kästchen vor den Buchungen oder wählen Buchungsgruppen mit den Kästchen vor den Überschriften aus. Sie erhalten eine Übersicht über den Datenkorb rechts unterhalb der Metadaten zur Rechnung. Wenn Sie dort auf „Datenkorb“ klicken, bekommen sie den gesamten aktuellen Datenkorb angezeigt, den sie sich dort auch als CSV-Datei zur Weiterverarbeitung in Tabellenkalkulationsprogrammen herunterladen können. Der Datenkorb ist eine rein auf dem Client basierte Lösung, d.h. er steht nur im aktuell gewählten Browser auf dem aktuellen Computer zur Verfügung. Je nach Einstellungen des Browsers sind diese Daten auch in einer folgenden Sitzung verfügbar.

Darstellung nach Konten

Die Rechnungen sind nicht nur als Texte und Bilder, sondern auch als Daten in dieser Digitalen Edition gespeichert (s.o. zum Datenmodell). Der Menüpunkt Rechnungen - nach Konten gegliedert erlaubt den Zugriff auf diese Daten. Diese Funktionalität ermöglicht, die Rechnungen nach bestimmten Konten zu filtern. Es werden dort nicht die von den Schreibern eingetragenen Summen, sondern die aus den Einzelbuchungen errechneten Summen aller Rechnungen nach Konten gegliedert angezeigt. Gerechnet wird in Pfennigen, der kleinsten Rechnungseinheit in den Jahrrechnungen. Die Daten können als Graphik oder als Tabelle angezeigt und als Tabellenkalkulationsblatt heruntergeladen werden. Beim Klicken auf die Kontenbezeichner im Navigationsmenü links und in der Tabelle gelangt man zu einer Liste der jeweiligen Unterkonten. In der Tabellenanzeige führen die Jahreszahlen zu den jeweiligen Rechnungseditionen. Ein Asterisk hinter dem Betrag warnt vor Beträgen, die wegen fehlender Angaben in den Quellen nicht vollständig berechnet werden können.

Die Kontenlisten enthalten auch 'virtuelle' Konten, d.h. Gruppierungen der Buchungen, die keine eigene Rubrik in den Rechnungen haben, aber dennoch berücksichtigt werden. Ein Beispiel dafür ist die Gruppierung einzelner Ortschaften und Landgüter zu Ämtern. Das Amt Liestal beispielsweise hat in den Jahrrechnungen keinen übergeordneten Titel; allerdings folgt in den Jahrrechnungen nach den einzelnen Ortschaften („Liestal“, „Füllinsdorf“, „Wildenstein“ etc.) mit ihren jeweiligen Buchungsposten eine Schlusssumme, in der alle Ausgaben aller genannter Ortschaften jeweils explizit zur „Summe des Amtes Liestal“ zusammengerechnet werden. Weil es sinnvoll ist, die Einnahmen und Ausgaben auf Ebene der Ämter miteinander vergleichen zu können, wurde die Kontenliste durch diese ‚virtuellen’ Konten ergänzt.

Die Kontenansicht beruht auf der Zuordnung der Buchungen zu einer von den EditorInnen entwickelten Systematik. Diese Systematik ist eine 'virtuelle' Kontenstruktur, d.h. sie lehnt sich an die originalen Rubriken an, folgt ihnen aber nicht in jedem Fall. So sind z.B. Rubriken wie „Empfangen in pensionen“ und „Empfangen in schenkenen“ zu einem Konto zusammengefasst, da sie zwar in den Rechnungen zunächst als eigene Rubriken geführt wurden, ohne dass ein inhaltlicher Unterschied ausgemacht werden könnte. 1539 wurden denn auch beide Rubriken in den Rechnungen zusammengeführt („Empfangen in pensionen und schenkenen“). Ein weiteres Beispiele für solche ‚virtuellen’ Elemente in der Kontenstruktur sind die Buchungen der Einnahmen und Ausgaben in der Stadt, die in den Rechnungsbüchern keine eigene Überschrift haben und nur indirekt durch die Überschrift der Buchungen aus den Ämtern erschlossen werden können. Schliesslich wurden in der zeitgenössischen Rubrik „ Empfangen in jarzinsen unnd schirmbgellt “ Zinserträge und eingelöste Schulden zusammengefasst, deren finanzielle Bedeutung aber nennenswert unterschiedlich ist. Das Konto „ Rückzahlung Aktivdarlehen “ extrahiert deshalb einzelne Buchungen aus der originalen Rubrik. Die Kontenübersicht ist damit eine finanzhistorische Interpretation der Rechnungen, die auch als Navigationshilfe dient.

Suche

Erweiterte Suche

Suchbegriffe kombinieren

Mehrere Suchbegriffe werden standardmässig mit einem und verbunden, können also in einer beliebigen Kombination in der Buchung vorkommen, müssen aber beide vorkommen. Alle Suchbegriffe ohne vorangestellte Operatoren werden mit einem und verknüpft.

Durch folgende Operatoren kann man die Verknüpfung zwischen den Suchbegriffen beeinflussen:

  • Nicht: - Ein Minuszeichen vor dem Suchbegriff schliesst Treffer aus, die diesen Suchbegriff enthalten. zunft* -jarlon findet also alle Buchungen, in denen das Wort „zunft“ nicht aber das Wort „jarlon“ vorkommt.
  • Oder: | Ein senkrechter Strich vor dem Suchbegriff findet alle Einträge, in denen entweder das Wort vor oder jenes nach dem Strich enthalten („oder“-Verknüpfung). zunft |zunfft findet also alle Einträge, in denen entweder „zunft“ oder „zunfft“ enthalten ist. Die oder-Verknüpfung ist nicht exklusiv. Es werden also auch Buchungen gefunden, die beide Stichwörter enthalten.

Achtung, in der Suche muss mindestens ein Suchwort ohne vorangestellten Operator vorkommen. Sollten Sie nach allen Buchungen in einem Konto, einem bestimmten Zeitraum und/oder einem Betrag suchen, dann tragen Sie einen Asterisk (*) als Suchstichwort ein. Bitte beachten Sie, dass diese Suchen sehr langsam sein können.

Sucheinschränkungen

Die Suche kann chronologisch beschränkt werden, indem in die Felder vor und/oder nach Jahreszahlen eingegeben werden. Es werden dann nur Rechnungen berücksichtigt, deren Rechnungslegungszeitraum im angegebenen Jahr endet. Die Suche nach vor „1540“ und nach „1540“ sucht also nach den Buchungen aus der Jahrrechnung 1539/40. Es ist möglich, nach Buchungen zu suchen, die ausserhalb eines gegebenen Zeitraums entstanden sind, wenn man einen vor -Wert eingibt, der kleiner als der nach -Wert ist.

Die Suche kann auf bestimmte Konten eingeschränkt werden. Dabei werden immer alle jeweils vorhanden Unterkonten mit durchsucht. Die Kontenliste enthält auch (die weiter oben bereits erwähnten) ‚virtuellen’ Konten wie etwa „Ausgaben Stadt“, die sich aus der inneren Logik der Rubrizierung ergeben.

Beträge können eingeschränkt werden, indem ein bestimmter Wert (=), ein Mindeswert ( >=), ein Maximalwert (<=), ein Wertebereich (zwischen) oder ein ungefährer Wert ( circa) in Pfennigen angegeben wird.

Die Syntax für zwischen ist: „Zahl“ (beliebiger Text) „Zahl“ also z.B. 1000 und 2000 oder 5 - 10 oder 200 bis 400 . Die Beträge sind in Pfennigen anzugeben (1 lb = 240 d, 1 ß = 12 d).

circa findet alle Beträge, die bis zu 5% über oder unter dem angegebenen Betrag liegen.

Reguläre Ausdrücke

Reguläre Ausdrücke 5 dienen dazu, komplexe Suchmuster zu formulieren. Sie sind für die unregelmässige Orthographie der hier edierten Texte ein nützliches Werkzeug. Ein regulärer Ausdruck ist eine Folge von Zeichen, die der Beschreibung von Mengen von Zeichenketten mit Hilfe bestimmter syntaktischer Regeln dient. Die in dieser digitalen Edition verwendeten Regeln entsprechen weitgehend den in der Programmiersprache Java üblichen. Insbesondere sind das:

  • ein einzelner Punkt (.) steht für ein beliebiges Zeichen
  • Eckige Klammern ([]) fassen alternative Zeichen zusammen
  • Die Häufigkeit eines Zeichens kann durch nachgestellte Quantoren ausgedrückt werden:
    • * kann beliebig häufig, muss aber nicht vorkommen
    • ? kann einmal oder gar nicht vorkommen
    • + muss einmal, kann aber auch mehrfach vorkommen

Diese Zeichen können damit als Suchbegriff nur verwendet werden, wenn man Ihnen einen Backslash (\) voranstellt. Weitere solcher reservierten Zeichen sind runde Klammern ( ()), der senkrechte Strich (|), der Zirkumflex (^) und das Dollarsymbol ($).

Daraus ergeben sich folgende Anwendungsmöglichkeiten für typische orthographische und phonetische Phänomene in der Sprache der Rechnungen:

  • Konsonantenverdoppelungen Ein Pluszeichen (+) hinter dem Konsontanten: zunf+tmeister findet „zunftmeister“ und „zunfftmeister“.
  • Dehnungs-h h? : jarloh?n findet „jarlon“ und „jarlohn“.
  • enklitische Präpositionen [zue]*?subern findet „zusubern“ und „zesubern“ und „subern“
  • phonetische Alternativen: Buchstaben, die alternativ an einer Stelle im Suchwort vorkommen können, werden in eckige Klammern gesetzt (nur ein Zeichen): z.B. [fv]isch findet „fisch“ und „visch“; [pb]ronnen findet „bronnen“ und „pronnen“; andere typische phonetische Alternativen sind: [dt], [gk], [ij], [uü], [tc]?z (findet z und tz und cz), (ch|g|k) (wer(ch|k)l.*? findet "werklüte" und "werchlüte" , [aou], [aeo][uw] findet „aw“, „au“, „ew“, „eu“, „ow“ und „ou“), [iy] (be[iy] findet „bey“ und „bei“).
  • Rechtstrunkierung (nur Wortanfang bekannt) wird mit .*? (=beliebig viele Zeichen) ausgedrückt, z.B. werch.*? findet „werch“, „werchlüt“, „werchmeyster“ etc. Die Zeichenfolge kann auch als Platzhalter für beliebig viele Zeichen im Wortinneren verwendet werden. Für Linkstrunkierung (nur Wortende bekannt) ist eine explizite Formulierung vorzuziehen, die alle Buchstaben beschreibt: [a-zäöüß]+husz findet „Schützenhusz“, „kouffhusz“, „zughusz“, „kornhusz“, „badhusz“, „richthusz“ etc., [a-zäöüß]*?husz auch das Vorkommen des Wortes „husz“ ohne Präfix.

Trefferliste

In der Trefferliste findet man die einzelnen Buchungen, die den Suchkriterien entsprechen. Sie sind nach Jahren und Konten gegliedert. Die Benutzer können im Navigationsbereich links die jeweilige Gruppe ansteuern. Mit einem Klick auf die einzelne Buchung gelangt man zur Textstelle im Kontext der einzelnen Rechnung.

Die Trefferliste kann auch als Datei für die Weiterverarbeitung in einer Tabellenkalkulationssoftware heruntergeladen werden.

Zitierbarkeit

Die digitale Edition verwendet persistente Identifikatoren ("Permalinks"). Alle Links, die in den Inhalten der digitalen Edition aufgerufen werden können, leiten sich von den Inhalten der Rechnungen ab. So sind die Rechnungsjahrgänge z.B. als o:srbas.{jahr} identifiziert, die Bilder der Seiten als o:srbas.{jahr}/img.fol_{folioangabe} . Die Rubriken, die Einzelbuchungen und die Summen verwenden die Kurzbezeichner für die Rubriken aus der Kontendefinition : o:srbas.1556#bs_AllgemeinEmpfangen-div-0 verweist auf die Rubrik "Allgemeine Einnahmen" der Jahrrechnung 1556/7, o:srbas.1556#bs_AllgemeinEmpfangen-37 auf den 37. Eintrag in der Rubrik "Allgemeine Einnahmen" und /o:srbas.1556#bs_Stadtviehzoll-total-1 auf die Summe der Buchungen zum Stadtviehzoll im Jahr 1556.

Als von der aktuellen technischen Infrastruktur unabhängige stabile Zitiermöglichkeit steht für jede Rechnung auch ein Handle/DOI-Eintrag zur Verfügung.

Bibliographie

  • Friedl, Jeffrey: Reguläre Ausdrücke, 3. Aufl., Sebastopol 2008/2012.
  • Goyvaerts, Jan; Leviathan, Steven: Reguläre Ausdrücke Kochbuch, Sebastopol 2010/2012.
  • Harms, Bernhard: Der Stadthaushalt Basels im ausgehenden Mittelalter. Quellen und Studien zur Basler Finanzgeschichte, 3 Bde., Tübingen 1909-1913, Retrodigitalisat .
  • Kropač, Ingo H.: Medieval Documents, in: Greenstein, Daniel (Hg.): Modelling Historical Data, St. Katharinen 1991, S. 117-127.
  • Pierazzo, Elena; Noël, Geoffroy: Modelling digital editing: of texts, documents and works, Paper given at the DH 2014 (Lausanne), Abstract.
  • Sahle, Patrick: Digitale Editionsformen. Zum Umgang mit der Überlieferung unter den Bedingungen des Medienwandels, 3 Bände, Norderstedt 2013 (Schriften des Instituts für Dokumentologie und Editorik 7-9).
  • Stubblebine, Tony: Reguläre Ausdrücke – kurz und gut, 2. Aufl., Sebastopol 2008.
  • Vogeler, Georg: Warum werden mittelalterliche und frühneuzeitliche Rechnungsbücher eigentlich nicht digital ediert?, in: ZfDH 1 (2015), URL .
  • Vogeler, Georg: Digitale Edition von Wirtschafts- und Rechnungsbüchern, in: Gleba, Gudrun; Petersen, Nils (Hg.): Wirtschafts- und Rechnungsbücher des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, 2015.
  • Vogeler, Georg: Zur Materialität der historischen Quellen im Zeitalter der digitalen Edition, in: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte (2015), im Druck.

Fussnotenapparat

1) Harms 1909-1913 .

2) Für die Jahrgänge 1547 und 1548 existieren Transskripte von Emil Dürr, dem Bearbeiter der Harmsschen Edition der früheren Jahrrechnungen.

3) Vgl. Vogeler 2015a ; Sahle 2013, III S. 1-64; Pierazzo, Noël 2014 ; Kropač 1991 .

4) Das dafür verwendte XSLT-Skript ist auch im Repositorium verfügbar.

5) Allgemeine Literatur zu regulären Ausdrücken: Friedl 2008/2012 ; Stubblebine 2008 ; Goyvaerts, Leviathan 2010/2012 .

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Projektbeschreibung

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