Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Typus: Handschrift
Entstehungszeitraum: 1810 - 1815
Entstehungsort: Lambach / Stadl-Paura
Standort: StaL
Varianten:
Kommentar:

2. TEIL:
92 Bll.: f. 102-193, f. 103-188r von Schreiberhand paginiert (S. 1-171), f. 190 unbeschrieben, f. 191r-193v Register.
Den sechs Theaterstücken Maurus Lindemayrs folgen nach einem launigen Gedicht auf den Ehestand und einer kurzen Anleitung zur Chiffrierung die „Abschriften von einem zweyten Bande geschriebener Lieder, welche zum Theil von Herrn Stadelschreiber Peter Gottlieb Lindemayr selig sind verfertiget worden, nebst andern Concepte‹n› und Notate‹n› vermischten Inhalts.“ Diese Abschrift bietet neben Lyrik von P. Maurus nun verstärkt auch Gedichte von P.G. Lindemayr selbst (zumeist mit Kürzel gekennzeichnet), aber u.a. auch von Florian Reichssiegel, Barthold Heinrich Brockes und Aloys Blumauer. Bunt gemischt ist der weitere Inhalt: Chiffrierungsanleitungen stehen neben Lehrsprüchen, Grabinschriften, Heilrezepten, Totenklagen oder Rätselaufgaben, Hochzeitsansprachen, Gästelisten; genealogische Anmerkungen und Attestate geben Auskunft v.a. über Leben und Wirken von Peter Gottlieb Lindemayr und seiner Familie.

Inhalt:
- Die Ehe ein Grab der Liebe (Da ich einst noch ledig ware) [f. 158r, S. 111, 6 Strophen]
[es folgt ein Schlüssel zur Dechiffrierung jener Texte, die in P.G. Lindemayrs Geheimschrift vorliegen (vgl. f. 146); ab f. 159r: „Abschriften, welche aus eingebundenen Büchern von geschriebenen Liedern, und Gedichten, etc. entnommen worden sind“]
Zweyter Band.
- Bittgesang, bey dem Bethgange der Neukircher. Pfarrgemeine nach dem Maria Hilfberge zu Lambach, zu der Schnittzeit, um schönes Wetter. den 3ten Aug. 1767, Im Ton des weltbekannten DreifaltigkeitsLied: O Heiligste Dreyfaltigkeit! mein Leben. (Maria Mutter Gottes voll der Gnaden) [f. 159r, S. 113]
- Der 3te Psalm Davids. als er floh’ vor dem Absalon (Herr! Warum sind aller Orten) [f. 159r-158v, S. 113-114]
- Der 7te Psalm Davids (Herr! mein Gott, ich hoff auf dich) [f. 159v-160v, S. 114-116]
- Der 12te Psalm Davids (Herr, Gott! wie lange Wirst mich noch lassen) [f. 160v, S. 116, von P.G. Lindemayr]
- Der 41te Psalm Davids (Wie der Hirsch vom Durst gebrennt) [f. 160v-161r, S. 116-117, von P.G. Lindemayr]
- Der 53te Psalm Davids (O Gott! ich schreye: Befreye) [f. 161r-161v, S. 117-118, von P.G. Lindemayr]
- Der 61te Psalm Davids (Soll dann meine arme Seele nicht) [f. 161v, S. 118, von P.G. Lindemayr]
- Der 69te Psalm Davids (Herr! ich ruf in meinen Nöthen) [f. 161v-162r, S. 118-119, von P.G. Lindemayr]
- Der 83te Psalm Davids (Wie lieblich, Herr der KriegesHeere) [f. 162r-162v, S. 119-120, von P.G. Lindemayr]
- Trauerlied auf den kläglichen Hintritt M. Josepha Röm. Kais. aus dem Durchlauchtigsten Hause Bayern. Authore Ettenhuber, Bavaro (Soll ich von deinem Tode singen [f. 162v-163r, S. 120-121]
- Einfältiges Bauern Lied auf die heil. Nacht (Han Nächten bey ünsern Dorfrichter) [f. 163r, S. 121, von P.G. Lindemayr]
- O Jugend! was hilft dich dein Scherzen? [f. 163r-163v, S. 121-122]
- Bittgesang Bey dem Bethgange der Gemeinde am Stadel nach den Maria Hilfberge zu Lambach um Abwendung der schon mehrere Wochen anhaltenden Überwasser. den 6ten Juni 1770 (Der Trost und Hilf) [f. 163v-164r, S. 122-123, von P.G. Lindemayr]
- Aufmunterung zur Geduld (Herze Tröste dich, wenn gleich alles sich) [f. 164r, S. 123, von P.G. Lindemayr]
- Prüfung am Abend (Der Tag ist wieder hin) [f. 164r-164v, S. 123-124]
- Bittseufzer der k.k. Salzschiffleute am Stadel vor der Salzausfuhr um eine beglückte Schiffahrt. ao 1771 (So fahren wir nun fort) [f. 164v-165r, S. 124-125, von P.G. Lindemayr]
- Die Verschwiegenheit (Wie selig ist, der sein Ergötzen) [f. 165r, S. 125]
- Aria (Ich, da du trugst die Ketten) [f. 165r, S. 125, mit vorangestelltem Rezitativ]
- Was soll ich denken, oder sprechen [f. 165v-166r, S. 126-127]
- Morgenlied (Ein neuer Tages Lauf) [f. 166r, S. 127]
- Abend Lied (Nun Herr! es ist schon spat) [f. 166r, S. 127]
- Leichgesang (Die Lebenstage sind vergangen) [f. 166r-166v, S. 127-128]
- Danksagung gegen Gott, für alles Gute [f. 166v-167r, S. 128-129]
[es folgen Lehrsprüche des Bias (von Maurus verdeutscht), lat. Rechnungen, Symbolbeschreibungen, die Hochzeitsrede Maurus Lindemayrs für seinen Bruder Peter Gottlieb (29. April 1765) und die Hochzeitsgästeliste]
- Danklied für die reichliche Erndte, abgesungen in der Paurä Kirche bey der von der Lambacher. Pfarrgemeinde Processionaliter abge-statteten Danksagung. den 4ten Sept. 1774 (Herr Gott! du bist, dem Ruhm gebühret) [f. 169v, S. 134, von P.G. Lindemayr]
[es folgen Abt Amands Hochzeitsrede für den Salzoberamtsrat Jakob von Erlach (1774), eine Übertragung von Iam lucis orto sidere sowie ein Zitat H. Besanges zu Lindemayrs Die großen Merkmale der Gottheit Jesu]
- Das Mittel, Christlich vergnügt zu machen (Willst wissen, bester Freund! wie es zu machen) [f. 171r, S. 137, nur Titel und Incipit, ist – so der Kopist – im Original mit „P. Maurus“ signiert und auf den 25. Jänner 1779 datiert)
[es folgen die Inschriften auf den Grabsteinen für Franz Joseph Schickmayr, die Eltern Lindemayrs und Maurus Lindemayr]
- Auf den Todfall Ihro Majest. unsrer allergnädigsten Kaiserinn Königinn Maria Theresia, welche den 29ten Novemb.1780 verschieden (Die Kaiserinn ist todt!) [f. 172r, S. 139, von P.G. Lindemayr]
- Grablied Bey der Beerdigung der verwittweten Frau Schulmeisterinn zu Neukirchen Elisabeth Lindemayr, welche den 4ten März 1772 bey ihrem H. Sohn Peter Gottlieb Lindemayr, k.k. Stadelschreib. am Stadel in Gott sel. entschlaffen, und den 6ten darauf zu Neukirchen zur Erde bestattet worden ist (Die Jahr’, die Tage und die Stunden) [f. 172r, S. 139, von Maurus Lindemayr]
- Bey der Aussegnung der in Gott verblichenen Leiche der wohledelgebohrenen Jungfrau: Maximiliana Barabara Lindemayr. den 3ten des Hornungs im Jahre 1781 (Mitten in den ersten Jahren) [f. 172v, S. 140, von Maurus Lindemayr]
[es folgen Abgabenfestlegung 1788, Grabinschrift Joseph Gotthard Lindemayrs samt Steinmetzrechnung sowie eine Vita Matthias Lindemayrs]
- Sieben Arien aus einem Singspiel (Alles kömmt zu seinen Ende, Endlich bleibt nicht ewig aus, Ich und du, Ich fühle Triebe, Ist das Ende meiner Lust, Kann wohl mein Herze, Das hätt’ ich nicht gedacht) [f. 173r-175r, S. 131-145]
- Freunde! die Welt lauft mit den Stunden [f. 175r, S. 145, von Florian Reichssiegel]
- Mulier umbra viri, Securitas sowie Hermaphroditus [f. 175r-175v, S. 145-146, Nachdichtungen mittellateinischer emblematischer Verse aus Barthélemy Aneaus Picta Poesis (1552), von P.G. Lindemayr]
- Die veränderten Zeiten (Ih waiß nöt was mar jezund habm) [f. 175v, S. 146; nur Titel und Incipit]
- Die Ehe, ein Grab der Liebe (Da ich einst noch ledig ware) [f. 175v, S. 146; nur Titel und Incipit]
- Die zwo alten Weiber (Die Uhr tat in der Nacht eilf Schläge) [f. 175v, S. 146; nur Titel, Incipit und Quellenverweis; Fabel von Lichtwern]
- Die seltsamen Menschen (Ein Mann, der in der Welt sich trefflich umgesehen) [f. 175v, S. 146; nur Titel, Incipit und Quellenverweis; Fabel von M.G. Lichtwern]
- Die Reue eines zum Strick verurtheilten Diebs (Ein Dieb, der lange Zeit) [f. 175v-176r, S. 146-147; von P.G. Lindemayr]
- Wes gets din om Stedil [f. 176r, S. 147; P.G. Lindemayrs Auf die zweite Niederkunft der Frau Stadelschreiberin in Geheimschrift]
- Wir silbn facor oihm not heasm ken [f. 176r-176v, S. 147-148; Maurus Lindemayrs Auf den ehrlichen, infamen Kerl Joseph Stainer in Geheimschrift]
- Hochzeitslied, bey der Vermählung des H. Lötsch, Pflegers zu Kogel (Thüt’s mä’s nit für übel nehmä) [f. 177r-177v, S. 149-150, 8 Strophen + zweiteilige Chorstrophe ohne Melodie]
- Freudengesang Einer nach längerem Warten mit einem anständigen Ehegatten vermählten Jungfrau (Jauchzet meine Sinnen) [f. 177v-178r, S. 150-151]
- Auf die unerbittliche Galathe (Allerschönste Galate) [f. 178r, S. 151, von P.G. Lindemayr]
- Des Herrn Knieriem Schustermeisters Hochachtung für die kleine Seite in Prag (Olmütz, eine hübsche Stadt) [f. 178r, S. 151, nur Titel und Incipit]
- Die Hexe (Auf der Ofengabel fahrt mein Muedä) [f. 178r, S. 151, nur Titel und Incipit]
- Auf eine junge Riesin von Hollabrunn (Ich habe sie gesehen) [f. 178r, S. 151, von P.G. Lindemayr (1772)]
- O Himmel! was könnte Vergnüglichers seyn? [f. 178r-178v, S. 151-152, von P.G. Lindemayr]
- Freyes Liebes Geständniß Einer bislang unter die Zahl der Spröden gerechneten Jungfer (Soll ich zörnen, oder lachen) [f. 178v, S. 152, von P.G. Lindemayr]
- Das Point d’honneur (Der stärkste Trieb, der uns belebet) [f. 178v-179r, S. 152-153, von P.G. Lindemayr]
- Ein Glückwunsch (Hochwürdigst, Wohlgebohren) [f. 179v, S. 154, von P.G. Lindemayr, Namenstagsgedicht an Abt Amand 1774, vorgetragen von Maximiliana Lindemayr]
- Was seh’ ich Gnädigster [f. 179v-180r, S. 154-155, von P.G. Lindemayr, Prolog zur Aufführung des Unentbehrlichen Hanswurst am 14. Februar 1774, vorgetragen von Maximiliana Lindemayr]
- Die Ursache, warum man bey den Frauen itzt keine volle Busen mehr wahrnimmt (Sie fragen mich, Madam!) [f. 180r, S. 155, von P.G. Lindemayr]
- Mittel zu Vermeidung des Widerspruchs (Wer eine unwahrhafte Sache) [f. 180v, S. 156, von P.G. Lindemayr (1774)]
- Freudenlied, eines k.k. Salzschiffmanns am Stadel (Bin schon än altä und eisgräbä Limmel) [f. 180v, S. 156, von P.G. Lindemayr, nur Titel und Incipit]
- Ode. Auf die itzige Zeit ao 1774 (Darf ich singen? Darf ichs wagen) [f. 181r, S. 157, ‚von P.R.G.’]
- Er mag nicht mehr verliebt seyn (Ihr Schönen, gute Nacht) [f. 181r-181v, S. 157-158, von P.G. Lindemayr]
- Ode von H. B. H. Brockes (Wundervoller Saft der Reben) [f. 181v-182r, S. 158-159]
- Die Grasmücke (Ach Schwester die du sicher) [f. 182r, S. 159]
[es folgen eine Wegnotiz (1779), eine poetische Reflexion über eine Zeitungsnachricht zur Geburt des Dauphins, der Nachruf auf Lindemayr aus der Wienerischen Kirchenzeitung, ein ‚Extract aus des Brodspeisers Instruction’ (1784) sowie einige Hausmittelrezepte]
- In einer dieser grünen Auen [f. 183r, S. 161]
- Auf den über kurz oder lang erfolgenden Tod Friedrichs des 2ten, König in Preußen (Singt Dichter! bis zu heiser werden) [f. 183v, S. 162]
- Ein Gedicht an die Sonne (Frau Sonne, dießmal trifft sie’s nicht) [f. 183v-184v, S. 162-164; von Aloys Blumauer]
- Auf die Vigata der löbl. k.k. Infanterie Regimenter (Wachtbar und munter Mavortische Söhne) [f. 184v-185r, S. 164-165, auf den 15. Jänner 1765 von Maurus Lindemayr]
[Anmerkungen über das Lottospiel, Referenzschreiben für P.G. Lindemayr (1787), Abschriften der Zeugnisse Martin Lindemayrs (1785 und 1787)]
- Wider die neue Frauentracht (Jezt halt ih auf d’Sibylla weis) [f. 185v-186r, S. 166-167; von P.G. Lindemayr (1785)]
- Mein Gemüth- und Denkens Art (Ih bin halt schon ä so) [f. 186r-186v, S. 167-168; von P.G. Lindemayr (1780)]
- Klage des Herrn F. D. wider die Untreu seiner Geliebten (Meine Schätzerl heuraths mih) [f. 186v, S. 168]
[Auszug aus einer alten Ehrenpredigt, verschiedene Exzerpte]
- Antwort auf die Grasmücke (Mein Schwesterchen! ich flieh’ nicht) [f. 188r, S. 171]
- Freuden-Lied des Landes Oberösterreich in gemeiner ländler Sprache über die höchstbeglückende Vermählung Ihrer kais‹erlichen› Hoheit Maria Ludovica, Prinzessin von Österreich, mit S‹eine›r Majestät Napoleon, Kaiser von Frankreich, König von Italien. (Wie hoch muß der Beruf dich freu’n) [f. 188v-189v; Abschrift eines gedruckten Freudenlieds von Franz Xaver Sadleder (1810)]

Nachtrag am Ende des dritten Teils des Bands:
- Ein Lied vom lutherischen Glauben (Wie lusti iß halt auf der Welt) [f. 229r-229v, 16 Strophen ohne Melodie]

Lustspiele einarbeiten #cn

(zitiert nach Neuhuber 2008, S. 349-354)

Literatur:
Zuletzt geändert:am: 18.6.2015 um: 13:12:46 Uhr