Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Geburtsjahr: 1763
Sterbejahr: 1816
Kategorie: Autor
Biographie:

Joachim Perinet wurde am 20. Oktober 1763 geboren. Mit 19 Jahren begann er, Theater zu spielen, und führte ab 1782 im Theater am Neustift ‚Zum weißen Fasan‘ unentgeltlich Theaterstücke auf. Ab 1784 gab er auch eigene Schriften und Stücke heraus, 1785 debütierte er als Laienschauspieler am Leopoldstädter Theater. 1787 heiratete er Anna Gansch, die Ehe war jedoch nicht glücklich; seine Frau starb schon 1798.
1790 schließlich erhielt er ein festes Engagement als Theaterdichter am Leopoldstädter Theater. Perinet verfasste dort Kasperliaden, Zauberopern, Lustspiele, Ritterstücke und Possen – meist als Singspiel, was die Popularität der Stücke noch steigerte.
Als Stückeschreiber feierte Perinet große Erfolge; sein Talent als Schauspieler scheint weniger groß gewesen zu sein. Weithin bekannt war aber vor allem seine Unfähigkeit, zu wirtschaften, und seine Verschwendungssucht – so soll er etwa sein gesamtes Erbe innerhalb von sechs Wochen durchgebracht haben.
Trotz seiner Erfolge wurde Perinet 1797 von Direktor Karl Marinelli aufgrund von groben Unstimmigkeiten entlassen. Daraufhin wurde er von Emanuel Schikaneder als Theaterdichter und Schauspieler im Theater auf der Wieden engagiert. An seine früheren Erfolge konnte er hier aber nicht anschließen; 1803 – nach dem Tod Marinellis – kehrte er an das Leopoldstädter Theater zurück. Hier schuf er nun vor allem Parodien, Karikaturen und Travestien. Obwohl er sein Publikum noch begeisterte, wurden viele seiner Stücke zunehmend kritisiert.
1807 nahm er ein Gastengagement am Brünner Stadttheater an, kehrte aber schon im Herbst an die Leopoldstädter Bühne zurück. Seinen größten Misserfolg hatte er 1808 mit seiner Karikatur-Oper „Pumphia und Kulikan“, bei deren Premiere die Zuseher so lange pfiffen, bis die Aufführung abgebrochen wurde. Da sein Erfolg abnahm, begann Perinet auch Gelegenheitsstücke für die Festlichkeiten diverser Adelshäuser zu verfassen. 1815 hatte er seinen letzten Auftritt in der komischen Oper „Der Tyroler Wastl“, er starb am 3.Februar 1816.

(stark gekürzt übernommen aus: Großauer-Zöbinger 2009)
(Online: http://lithes.uni-graz.at/maezene-pdfs/bio_perinet.pdf)

Werke:
Literatur:
Zuletzt geändert: am: 9.5.2013 um: 19:56:21 Uhr