Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Geburtsjahr: 1751
Sterbejahr: 1812
Kategorie: Komponist
Biographie:

Geboren 1751 in ärmlichen Verhältnissen. War zunächst umherziehender Musiker (sog. „Lyrant“) und seit 1773 auch als Schauspieler in Wandertruppen. Ab 1775 spielte er bei der Truppe des Andreas Schopf. Noch in Innsbruck schrieb und komponierte er sein erstes Stück, die komische Operette „Die Lyranten oder das lustige Elend“ (1776). 1777 heiratete er Eleonore (eigtl. Maria Magdalena) Art(h) (1751–1821), im gleichen Jahr ging er zur Wandertruppe Franz Josef Mosers, ab 1778 wurde er Direktor der Truppe. Trotz großen Erfolges löste sich die Truppe im Februar 1785 auf. Von April 1785 bis Febr. 1786 ging Schikaneder als Schauspieler an das Wiener Nationaltheater. Ende Febr. 1787 übernahm er die Leitung des Fürstl. Thurn und Taxisschen Hoftheaters in Regensburg, kehrte aber wegen diverser Schwierigkeiten Mitte 1789 nach Wien zurück und übernahm von seiner Frau die künstlerische Leitung des Theaters auf der Wieden im Starhembergischen Freihaus. 1791 fand hier die Uraufführung der „Zauberflöte“ mit der Musik von Wolfgang Amadeus Mozart statt.
1799 war er nach finanziellen Schwierigkeiten gezwungen, das Theater zu verkaufen. Er baute daraufhin das Theater an der Wien, das fortan zu den größten Bühnen der Stadt zählte. 1806 musste er auch dieses verkaufen und übernahm 1807-09 die Leitung des Kgl. städt. Theaters in Brünn, wo das Interesse des Publikums an seinen exaltierten Aufführungen jedoch ebenfalls schnell erlahmte, so daß er nach Wien zurückkehrte. Dort fiel der Rest seines einst großen Vermögens der Geldentwertung von 1811 zum Opfer. Als er 1812 die Leitung des Theaters in Pest übernehmen wollte, brach seine möglicherweise schon länger schwelende Geisteskrankheit offen aus; wenig später starb er völlig verarmt in Wien.

(tw. gekürzt und umformuliert übernommen aus: Sonnek 2005)

Werke:
Literatur:
Zuletzt geändert: am: 24.5.2012 um: 17:31:32 Uhr