Dialect Cultures

Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Geburtsjahr: 1658
Sterbejahr: 1721
Kategorie: Autor
Biographie:

Wolfgang Rinswerger (auch Ringswerder, Ringsperger) wird am 7.4. 1658 in München geboren. 1676 tritt er in den Benediktinerorden in Tegernsee ein, wo er am 25.4.1677 die Profess ablegt. Es folgt ein Studium der Theologie und Philosophie in Salzburg und 1682 die Priesterweihe. 1683-1689 ist er als Professor der Poesie und 1689-98 als Professor der Rhetorik am Akademischen Gymnasium in Salzburg tätig. 1698-1702 ist er Professor der Rhetorik am fürstbischöflichen Lyzeum in Freising, woraufhin er 1702 Präfekt des Lyzeums wird und darüber hinaus durch Fürstbischof Johann Franz von Eckher zum wirklichen geistlichen Rat ernannt wird. 1707 schließlich erfolgt seine Wahl zum Abt von Michelfeld (Oberpfalz). Dort stirbt er am 14.10.1721 (vgl. Boberski 1978, S. 166-168 u. S. 330; Knedlik 2003, Sp. 1254-1256; Pörnbacher/Hubensteiner 1986, S. 1287; Pörnbacher 1966, S. 866; Pörnbacher 1995, S. 203).

Rinswerger galt als Schriftsteller von Rang. Er hatte eine Vorliebe für Allegorien sowie lebende Bilder und bevorzugte religiöse Stoffe, griff aber etwa auch zu historischen Exempeln. Unter seinen Stücken, denen ein nicht geringer Erfolg zukam, finden sich unter anderem Schuldramen, Bibeldramen, allegorische Spiele, Moralitäten, Historien und Heiligenspiele. Dabei gab er der Musik viel Raum in seinem Werk. In den lateinisch verfassten Stücken finden sich stellenweise auch deutschsprachige Einlagen, die teils in bairischer Mundart gestaltet sind. Rinswerger schuf nach Boberski (1978, S. 330) insgesamt 35 Werke (worunter bei zweien seine Autorschaft nicht gänzlich sicher ist), die zwischen 1686 und 1698 zum ersten Mal im Salzburger Universitätstheater gespielt wurden [und vermutlich auch in diesem Zeitraum entstanden sind - ? #es]. Die meisten seiner Dramen und Deklamationen wurden nach seinem Tod von Johann Ev. Heigl (1685-1745), Mitbruder Rinswergers, unter dem Titel 'E funere Phoenix' herausgegeben (vgl. Boberski 1978, S. 166-168 u. S. 330; Knedlik 2003, Sp. 1254-1256; Pörnbacher/Hubensteiner 1986, S. 1287; Pörnbacher 1966, S. 866; Pörnbacher 1995, S. 203; Meid 2009, S. 366).

Kommentar:

Kommentare zur Literatur zum Autor:
Boberski (1978, S. 166-168 u. S. 330): Boberski bietet einige interessante Ausführungen zu Autor und Werk.
Knedlik (2003, Sp. 1254-1256): Es handelt sich um einen Artikel im ‚Biographisch-bibliographischen Kirchenlexikon‘, der ausführlichere Informationen zur Biographie Rinswergers bietet.
Meid (2009, S. 366): Meid bringt einige wenige Ausführungen zum Werk Rinswergers.
Pörnbacher (1966, S. 866): Rinswerger findet hier nur kurz Erwähnung.
Pörnbacher/Hubensteiner (1986, S. 1287): Pörnbacher/Hubensteiner bringen grundlegende Angaben zu Rinswerger.
Pörnbacher (1995, S. 203): Pörnbacher liefert hier einige knappe Bemerkungen zu Rinswerger.

Zusätzlich gibt es noch die informationsreiche Diplomarbeit von Thomas Schächl:
"Disceptatio inter viros et mulieres". Eine Analyse eines Salzburger Benediktinertheaterstückes von Pater Wolfagnag Rinswerger, aufgeführt zu Ostern 1693 an der Alten Universität Salzburg. Salzburg, Dipl. 1994.

Werke:
Literatur:
Zuletzt geändert: am: 8.11.2013 um: 11:59:44 Uhr