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Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Geburtsjahr: 1725
Sterbejahr: 1790
Kategorie: Komponist
Biographie:

Als Sohn des Traunkirchner Schulmeisters und Organisten Joseph Langthaller und seiner Frau Maria Anna geboren, erhält Langthaller seine Ausbildung im Stift Kremsmünster und ist dort anschließend als „Physices Auditor“ wohl in der Erziehung der Konviktszöglinge tätig. Schon zu dieser Zeit sammelt er Theatererfahrung: So weist ihn das Rollenverzeichnis der am 6. September 1745 aufgeführten Finalkomödie 'Iustitia regno potior' als Bass singenden Hepheriter aus, zudem verkörpert er im Epilog den ‚Moyses’; im Schuldrama 'Caesar Augustus', das genau ein Jahr später zur Aufführung gelangt, tritt er als ‚Adonias’ in Erscheinung; ob er allerdings auch identisch ist mit jenem Joseph Langthaler, der 1762 im Schauspiel 'Demetrius' als Tenor (neben Anton Walter) auftritt, muss zumindest in Frage gestellt werden. Immerhin scheint er bereits seit etwa 1748 als Bassist und Musiker im Stift Lambach tätig gewesen zu sein, denn in einem undatierten Pensionsnachweis aus der Mitte der 1780er Jahre empfängt er Viktualien und Naturalien im Wert von 127 Gulden als ein „in das 37te Jahr in´Stifts Diensten stehender Kloster Bedienter“. Am 27. Jänner 1756 heiratet er die Tochter des Lambacher Bäckermeisters Mathias Huember, Elisabeth, die ihm sechs Kinder schenkt; doch nur die für das Lambacher Ensemble bedeutende Tochter Maria Anna erreicht das Erwachsenenalter. 1763 wird Langthaller im Autograph eines Bassduetts zu Ehren des Abts von Gleink erstmals mit einem Werk Maurus Lindemayrs in Verbindung gebracht,doch ist anzunehmen, dass er schon zuvor mit der Vertonung und Interpretation von Liedern beauftragt war. Dass Langthaller mit seiner Familie zumindest zeitweise in gröberen finanziellen Schwierigkeiten war, belegt ein (am 9. Jänner 1768) bewilligtes Ansuchen an Abt Amand, in dem er diesen bittet, ihm „mit einen Paar Klaffter Scheiter zu Hilf“ zu kommen, da seine Frau und die beiden Kinder schon länger an einer Krankheit litten. Im selben Jahr noch bessert sich allerdings seine Lage, als er nach dem Tod Franz Stephan Prausingers (16. September 1768) am 1. Oktober dessen Stelle als Leiter der Waisenhausstiftung in Stadl-Paura, die von Abt Maximilian Pagl 1721 für sieben Kinder (vier aus Stadl-Paura, drei aus Lambach) errichtet worden war, übernimmt. Schon 1765 im Zusammenhang mit einer Theaterinszenierung genannt und 1769 das erste Mal als Akteur auf der Lambacher Stiftsbühne belegt, avanciert Langthaller zum fixen Bestandteil der folgenden Aufführungen von Werken, deren Großteil auch von ihm vertont worden sein dürften. Gesichert durch ausdrückliche Zuschreibung sind seine musikalischen Beiträge für 'Der Unentbehrliche Hannswurst' und 'Die Anstalten zum Gratuliren', wo er jeweils als Knieriem auftrat, für 'Der Chamäleon des Herrn Rabeners', in dem er den Grimoaldo verkörperte, sowie für 'Der Ernsthafte Spaß' und 'Die Komödieprob' (hier spielte er jeweils den Bauern Hanns). Erhalten hat sich von diesen Kompositionen allerdings neben einzelnen Liedern nur das Stimmmaterial für den Chamäleon. Mit hoher Wahrscheinlichkeit stammt auch die Musik zu dem lateinischen Singspiel 'Jacob pater optimus a filiis dilectus' (das dem neu gewählten Kremsmünsterer Abt Erenbert III. zu Ehren einen Tag vor seiner Weihe in Passau am 27. Juni 1771 in Lambach aufgeführt wurde) ebenso von ihm wie die Arien der beiden kurzen Operetten 'Der Dumköpfige Hausknecht' und 'Der befreyte Land Rekrut', die im Kontext der Vertonung des späteren Kombinationsstücks 'Der Ernsthafte Spaß' zu sehen sind. Als Instrumentalmusiker ist er ebenso tätig (so etwa bei einer „Musikalische[n] Accademie“ am 15. Jänner 1774, wo er „eins auf dem Basß“ spielt), wie als Rezitator (Sperl zitiert eine kurze Eloge auf Abt Amand anlässlich der Aderlasstage im Oktober 1772).
1781 heiratet seine Tochter Maria Anna Joseph Kliemstein, als Zeuge fungiert Peter Gottlieb Lindemayr. Im Zuge der josephinischen Reformen wird auch das Waisenhaus geschlossen und Langthaller pensioniert, die Kinder werden bei Pflegefamilien untergebracht. 1787 stirbt seine Frau Elisabeth, drei Jahre später, am 14. Dezember 1790, folgt er ihr ins Grab. Eine Messe und kleinere Kirchenwerke von Joseph Langthaller finden sich im Lambacher Musikarchiv, für das er auch zahlreiche Werke anderer Autoren kopierte. Besonders produktiv war er für Maurus Lindemayr: Immerhin sieben Textbücher zu dessen Theaterstücken haben sich in verschiedenen Archiven von seiner Hand erhalten sowie zahlreiche Abschriften der Lieder, von denen ein Gutteil wohl auch von ihm vertont wurde. Korrekturen und Überarbeitungen mancher Abschriften Langthallers aber belegen nicht nur ein Naheverhältnis zu P. Maurus, sondern auch zu dessen Bruder Peter Gottlieb Lindemayr, von dem er desgleichen einige Gedichte vertont haben dürfte.

Werke:
Zuletzt geändert: am: 9.5.2013 um: 18:58:57 Uhr