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Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Zugehöriges Werk: Rührts enk ös Schue-Knecht mit hurtigen Fäusten
Incipit: Rührts enk ös Schue-Knecht mit hurtigen Fäusten
Typus: Text
Autor:
Zeitraum Entstehung: spätestens 1737
Entstehungsort: Wien [?]
Quelle:
Kommentar:

Aus der Handschrift "Teutsche Arien", Bd. I, S. 23-26.
Edition bei Pirker (1927), S. 11f.; Kommentar S. 402ff.

Transkription:

Num: VII. Schuster.

1.
Rührts enk ös Schue=Knecht mit hurtigen Fäusten
Wixet und machet die Drähter bereit;
Richts mit Beiß=Zangen die Formen zum Laisten,
zerrt und dehnet das Leder fein weit;
    Nehmts, nehmts auf die Beiner,
    Gleich, gleich die Richt=Steiner;
Schmeist mit dem Hammer die Sohlen fein gschmeid.

2.
Nehmts ös die Knie=Riehm, und schickts enck zum flicken.
Stechet und ziehet fein lustig drauf zue.
Schneidets die neuen Pantoffeln in Stücken,
flicket und näht damit die alten Schue;
    Laßts, laßts enck nicks irren,
    Wann gleich d’Hosn schwirren,
Gebts doch mit Wixen und Putzen kein Ruh.

3.
Schonet das Pech nicht, und brauchet die Bürsten;
Schmieret und putzet, daß man kein Loch schaut;
dafür kocht euch ein Kraut mit Bluntz und || Würsten
Heut unsre Meisterin die hertzige Haut,
    drum, drum näht und machet,
    daß, daß alles krachet,
Sonst thut sie statt der Wurst an D = = = aufs Kraut.
Sonst thut = = = = =

Transkription: Matthias J. Pernerstorfer: Ariensammlung - Edition und Kommentar (laufendes Projekt; siehe http://www.donjuanarchiv.at/?id=267 ).

Literatur:
Zuletzt geändert:am: 30.9.2015 um: 14:26:55 Uhr