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Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Zugehöriges Werk: Arm Kroatl, nichts zu leben
Incipit: Arm Kroatl, nichts zu leben
Typus: Text
Zeitraum Entstehung: um 1800
Entstehungsort: Wien
Volltextdateien:
Quelle:
Kommentar:

9 Strophen

(Eine weitgehend entsprechende Fassung aus einer Flugschrift aus Privatbesitz, die sich nur im Satz leicht unterscheidet, ist bei Wolkan 1923, Nr. XV, S. 35-37 abgedruckt.)

Transkription:

1.
Arm Kroatl, nichts zu leben,
nichts mehr Madel Bratzel geben,
nichts mehr tanzen kroatisch,
nichts mehr tanzen hop hop, frisch.

2.
Weib hat arm Kroatl schlagn,
und hat aus die Häuserl jag'n,
hat die Gati aufgehebt,
und aufs Arscherl Fick, Fick gebt.

3.
Muß alleweil mit leere Magen
Hündl Buckerl, Kraxel tragen,
möcht oft schmeißen Teufel weg,
mit die trecke Geberneck.

4.
Muß alleweil wie Narr umlaufa,
schreyen: a Zwiefel a Knoffel kaufa;
is nit guti mehr wie eh,
arm Kroatl thut Baucherl weh.

5.
Giebst mir Hündl viel zu schaffen,
laß nit bey der Nacht ein schlaffen,
schreyen, alleweil Kikriki,
und in aller Früh zwick auf mi.

6.
Kann kain Speck kain Zwifel krigen,
muß wie Oxel Wagen ziehn,
nichts ist schlechters unter Tag
unter Heuwagen Betterl mach.

7.
Teufel mach bey Weib mehr bleiben,
der mich aus die Haus will treiben,
möcht oft laufen i armer Mann
von dir Hund auf und davon.

8.
In die Weib hat Teufel drinna,
weilen wie die Waskodina,
wan schlug Teufel ab das Knack,
vor Kroatl tobre tak.

9.
Kroatl nichts mehr Weiberl kaufen,
weil er wie die Teufel raufen,
lieber, allein lustig spring,
und dazu kroatisch sing.

Literatur:
Zuletzt geändert:am: 24.3.2016 um: 11:32:13 Uhr