Über das Projekt

Gerhard Roth – Digitales Fotoarchiv

Der Vorlass des österreichischen Autors Gerhard Roth am Franz-Nabl-Institut der Universität Graz umfasst neben seinem gesamten literarischen Archiv rund 40.000 Fotografien aus dem Zeitraum von 1977 bis 2017, die durch dieses Projekt neu erschlossen und in systematischer Form zugänglich gemacht werden.

Nach einer Erstsichtung der Fotosammlung stellte sich die Frage, wie dieser heterogen gestaltete Bestand (von Alltags- über Recherche- bis hin zu Kunstfotografie und von Dias über Abzüge bis hin zu digitalen Aufnahmen) gesamt beschrieben werden kann. Wir entschieden uns dafür, den Bildinhalt jeder einzelnen Fotografie ins Sprachliche zu übertragen, also Begriffe für die systematische Beschlagwortung aller Fotos zu finden. So entstand aus dem Material heraus ein kontrolliertes Vokabularium. Dieses sogenannte „Wörterbuch der Bilder“ verzeichnet alle mit Stand Juli 2019 im Vorlass vorhandenen Fotos und bietet eine ganz neue Möglichkeit des Zugriffs. Die Transformation in ein anders Medium – vom Bild zur Sprache – ist für die Schaffung dieses digitalen Fotoarchivs von zentraler Bedeutung. Sie bildet die Grundlage der Darstellung, Suche, Navigation und Auswahl.

Rund 200 Schlagworte stehen nun in unterschiedlichsten Kombinationen stellvertretend für 40.000 Bilder. Die Profanität der Begrifflichkeiten ist bewusst gewählt, denn sie dient der äußeren Erschließung des Bestandes. Die einzelnen Schlagworte werden im „Wörterbuch der Bilder“ auch nicht gemäß der Häufigkeit ihres Vorkommens gereiht, sondern gleichrangig dargestellt. Sie sind allerdings zu inhaltlichen Gruppen zusammengefasst, was der Orientierung dient und neue Weg durch das Archiv eröffnet.

Unter dem Menüpunkt „Bestand am Franz-Nabl-Institut“ können die Fotos auch so durchgesehen werden, wie sie im Archiv materiell geordnet sind.

Angezeigt werden nur Fotos, die von Gerhard Roth und teilweise auch von Senta Roth aufgenommen wurden. Im Falle von Fotos, bei denen Urheberrechte Dritte oder Persönlichkeitsrechte betroffen sind, ist in der Datenbank nur die Beschreibung der Fotos (Metadaten) zugänglich.

Das Projekt wurde von September 2017 bis Jänner 2020 von Silvana Cimenti und Elisabeth Zehetner unter Leitung von Klaus Kastberger im Rahmen des HRSM-Projekts „KONDE – Kompetenznetzwerk Digitale Edition“ durchgeführt. Die Konzeption und technische Umsetzung der Online-Datenbank fand in Zusammenarbeit mit Carina Koch vom Zentrum für Informationsmodellierung – Austrian Centre for Digital Humanities statt.

Basis für die Überführung des Bestandes in ein digitales Fotoarchiv waren Vorarbeiten, die im Rahmen der Erschließung und Beforschung des Vorlassbestandes von Gerhard Roth am Franz-Nabl-Institut in den letzten Jahren geleistet wurden. Der Bestand war großteils digitalisiert und gemäß den Beschriftungen von Gerhard Roth und den RNA geordnet beziehungsweise erschlossen. Die Bestandsbetreuerin, Daniela Bartens, hat diese Projekte mit Studierenden durchgeführt und geleitet und steht am Franz-Nabl-Institut für Fragen zum digitalen Fotoarchiv und den Möglichkeiten seiner Verwendung unter daniela.bartens@uni-graz.at zur Verfügung.