Universität Graz
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GrazMuseum

Kommunikation per Postkarte

Wie und wohin wurde von Graz aus mittels Postkarten kommuniziert? Diese Frage verfolgen wir hier in einer historischen Perspektive. Grundlage sind alle gelaufenen, d.h. postalisch verschickten Karten des Bestandes. Diese verteilen sich folgendermaßen:

Statistik

Die Statistik zeigt den sprunghaften Anstieg, den die Verwendung von Postkarten ab den späten 1890er Jahren nahm. Die meisten gelaufenen Karten aus dem Bestand sind aus der Zeit zwischen der Jahrhundertwende und dem Ersten Weltkrieg, mit einem Höhepunkt während der Kriegsjahre. Danach ist ein relativ starker Einbruch zu verzeichnen. In den späten 1920-er und 1930-er Jahren steigt das Volumen wieder an. Am wenigsten Karten weist der Bestand für den Zeitraum nach dem Zweiten Weltkrieg auf. Das Sample zeigt allerdings nur diejenigen Karten, die den Weg wieder zurück in die Sammlung des GrazMuseums fanden. Die absteigende Linie erklärt sich also auch daraus, dass Postkarten der späteren Jahrzehnte nicht mehr so intensiv gesammelt wurden.

Die Wege der Karten

Wohin wurden die Postkarten mit Ansichten von Graz verschickt? Wir haben die Wege der Karten mit georeferentiellen Daten versehen, um die Kommunikationsräume sichtbar zu machen, in denen Graz stand. Die violetten Kreise zeigen die Orte der Verschickung. Die orangen Kreise zeigen die Orte, an denen die Postkarten angekommen sind.

1897-1910

Screenshot 1897-1910

An der Größe und Verteilung der orangen Kreise wird sichtbar, wohin von Graz aus kommuniziert worden ist. Deutlich wird die starke Kommunikationsbeziehung nach Wien, aber auch innerhalb von Graz selbst. Etwa 17% des Samples wurden innerhalb der Stadt verschickt. Abseits davon zeigt sich ein dichtes Kommunikationsnetz vor allem im Raum der österreichisch-ungarischen Monarchie.

1915-1925

Screenshot 1915-1925

Die Jahre des Ersten Weltkriegs waren ein Höhepunkt der Kommunikation per Postkarte; danach ging ihre Verwendung erheblich zurück.

1935-1945

Screenshot 1935-1945

Die politischen Veränderungen während der 1930-er und 40-er Jahre bilden sich im Sample nur bedingt ab. Die Daten zeigen einen stark reduzierten Kommunikationsraum. Allerdings kamen viele der im Krieg verschickten Karten nie zurück, wurden nicht aufbewahrt oder vernichtet.

1950-1960

Screenshot 1950-1960

Ein vergleichsweise kleines Sample zeigt die Wege der Karten in der Nachkriegszeit. Die Karten, die sich aus dieser Zeit im Bestand des GrazMuseums finden, zirkulierten fast ausschließlich innerhalb der Grenzen der Republik Österreich.

Durchstöbern Sie unser Kartentool!

Zugrunde liegt das Gesamtsample aller gelaufenen Karten des Bestandes. Sie können beliebig in die Karte hineinzoomen. Wenn Sie auf den jeweiligen Ort klicken, sehen Sie die Gesamtanzahl der von dort abgesendeten (violett) beziehungsweise der dort empfangenen (orange) Karten . Unter dem Kartentool befindet sich die Statistik. Damit können Sie sich das Sample in verschiedenen Zeiträumen genauer ansehen. Wählen Sie zum Beispiel in der Rubrik „Time Unit“ ein Jahr aus und klicken Sie in der Statistik auf ein beliebiges Jahr. Damit füllen sich die Kreise, wohin in diesem Jahr Karten verschickt worden sind. Sie können sich die einzelnen Karten anzeigen lassen.