GAMS

Geisteswissenschaftliches Asset Management System

About

Was ist GAMS?

GAMS ist ein OAIS-konformes Asset Management System zur Verwaltung, Publikation und Langzeitarchivierung digitaler Ressourcen aus allen geisteswissenschaftlichen Fächern. Es bietet MitarbeiterInnen aus Forschung und Lehre, aber auch Studierenden in Projekten die Möglichkeit, diese Ressourcen zitabel und mit Metadaten versehen zu verwalten und zu veröffentlichen.
Geplant und entwickelt wurde GAMS am Zentrum für Informationsmodellierung im Rahmen einer Vielzahl von Kooperationsprojekten mit inner- und außeruniversitären PartnerInnen, in Auseinandersetzung mit den konkreten Erfordernissen universitärer Forschung.
Das Repositorium ist komplett OAIS(Open Archival Information System)-konform und deckt den gesamten Lebenszyklus von digitalen Objekten vom Erhalt des SIP (submission information package), speichern des AIP (archival information package) und Zurverfügungstellung des DIP (dissemination information package) für die Öffentlichkeit ab.
Mit Hinblick auf die gespeicherten Daten orientieren wir uns an den FAIR-Datenprinzipien: "data should be Findable, Accessible, Interoperable, and Re-usable".

Welche Technologien werden verwendet?

GAMS basiert auf dem Open Source Projekt FEDORA (Flexible Extensible Digital Object Repository Architecture) (http://fedora-commons.org) und wird im Rahmen von Kooperationsprojekten laufend weiterentwickelt um auf spezifische Forschungsinteressen Rücksicht zu nehmen. Für das Objektmanagement und die Datenkuratierung wurde eine eigene Java Appliation entwickelt. Dieser Cirilo Client bietet Funktionalitäten, die besonders für große Mengen an Objekten relevant sind, z.B. Ingest oder Ersetzungsoperationen. Er übernimmt auch zahlreiche Aufgaben bei der Anreicherung der Metadaten und der Qualitätskontrolle der Ressourcen.
Weitere wesentliche Bestandteile der Infrastruktur basieren auf Apache Cocoon, Blazegraph, Apache Lucene, Apache Solr, PostgreSQL und Loris IIIF image server. Besonderes Augenmerk liegt auf der Plattformunabängigkeit und der Open Source Policy der einzelnen Softwarekomponenten.

Welche Datenformate werden verwendet?

GAMS setzt auf eine XML-(eXtensible Markup Language)basierte Datenarchivierung und -präsentation. Wenn die Daten nicht in einem anerkannten XML-basierten Standard vorliegen, implementiert das Zentrum in Abstimmung mit den Projektpartnern einen Konvertierungsablauf.
Für textbasierten Inhalt und Metadaten werden unter anderem die folgenden Standards verwendet: TEI (Text Encoding Initiative), LIDO (Lightweight Information Describing Objects), DC (Dublin Core), METS/MODS (Metadata Encoding and Transmission Standard/Metadata Object Description Scheme), RDF (Resource Description Framework), SKOS (Simple Knowledge Organization System). Diese Liste von bevorzugten Formaten spiegelt sich auch in der Verwendung von dafür vorgesehenden spezifischen Content Models. Der Cirilo Client prüft die Daten auf Wohlgeformtheit und validiert gegen das jeweils zu verwendende Schema.
Bilddateien müssen von den Datenlieferanten in den Standards JPEG/JPEG2000 (Joint Photographic Experts Group) oder TIFF (Tagged Image File Format) zur Verfügung gestellt werden; bei Bedarf kann das Zentrum hier ebenfalls eine Konvertierung durchführen.

Wie können Daten abgegeben werden, welche Daten werden gesammelt?

Daten können nur im Rahmen eines Kooperationsprojektes ins Repositorium eingebracht werden. Jedes Projekte wird während der gesamten Laufzeit von einem/einer Metadatenmanager/in begleitet, der/die den Arbeitsablauf, die Datenmodellierung den Ingest und die Publikation betreut. Dieser Zugang garantiert hohe Datenqualität, die sowohl für die Publikation wie auch für die Langzeitarchivierung geeignet ist.
Muster Deposition Agreement (Englisch)
Muster Datenmanagementplan (Englisch)

Wie kann auf die Daten zugegriffen werden?

Für BenutzerInnen ist der erste Zugriffspunkt normalerweise die grafische Benutzeroberfläche des jeweiligen Projektes. Diese bietet zugeschnittene und vorstrukturierte Zugangswege um mit den Ressourcen zu interagieren. Es gibt auch die Möglichkeit eine Volltextsuche auf die gesamte Datenbasis von GAMS zu starten, indem man das Suchfeld auf http://gams.uni-graz.at verwendet. Zusätzlich kann das FEDORA backend unter http://gams.uni-graz.at/archive/search abgefragt werden.
Um Daten systematisch zu harvesten oder in eigene Kontexte zu integrieren kann die OAI-PMH Schnittstelle unter http://gams.uni-graz.at/oaiprovider verwendet und nach den Regeln des PMH abgefragt werden. Zur Zeit werden drei Metadatenpräfixe unterstützt: oai_dc (Dublin Core), oai_europeana (Europeana Semantic Elements) und oai_edm (Europeana Data Model).
Alle Bilddateien im Repositorium können auch über den IIIF-kompatiblen Image Server ausgeliefert werden. Hierfür muss die folgende Syntax verwendet werden: http://gams.uni-graz.at/iiif/{object PID}/{image PID}/{IIIF query}.
In Absprache mit den Projektpartnern können die Daten auch an verschiedene Aggregationsprojekte geliefert werden, beispielsweise Europeana, CorrespSearch, Pelagios oder Nomisma. Mögliche rechtliche Fragen zu den verwendeten Inhalten werden im Projektverlauf mit den Partnern geklärt; normalerweise werden alle Resourcen unter einer nicht-kommerziellen Creative Commons Lizenz geführt (Creative Commons BY-NC-SA 4.0). Das Zentrum bietet dabei auch Consulting und Unterstützung in den Bereichen Urheberrecht und Lizensierung.

Wie können Datenobjekte persistent adressiert werden?

Intern werden Datenobjekte unter einem persistent identifier (PID) in Form eines projektspezifischen Permalinks verspeichert. Zusätzlich inkludiert die GAMS-Infrastruktur einen Handle Server, der die Möglichkeit bietet, auch in diesem System einen permanenten Identifikator anzulegen (Präfix 11471).

Wie sieht der Arbeitsablauf und ein Datenlebenszyklus in der GAMS aus?

Die nachfolgende Grafik zeigt den Lebenszyklus von Daten im GAMS Repositorium.

GAMS Workflow und Datenlebenszyklus
GAMS Workflow und Datenlebenszyklus

Ist GAMS ein vertrauenswürdiges digitales Archiv (trusted digital repository)?

GAMS wurde 2014 erstmals als vertrauenwürdiges digitales Archiv nach den Richtlinien des Data Seal of Approval zertifiziert. Wir streben eine Erneuerung der Zertifizierung mit dem Core Trust Seal im Laufe des Jahres 2018 an. GAMS ist auch bei Registry of Research Data Repositories registriert.

Wo kann ich mehr über die Infrastruktur erfahren und kann sie weiterverwendet werden?

Das gesamte Infrastrukturpaket ist als Beitrag zu DARIAH-EU als Open Source Software unter https://github.com/acdh/cirilo zur Nachnutzung verfügbar. Eine umfangreiche Dokumentation kann auf dieser Seite unter http://gams.uni-graz.at/docs abgerufen werden (auf Englisch).